Aktuelles

Einblick in die Restaurierung von Tafelbildern und Wandmalerei: Restaurierungskünste von Hemma Kundratiz

Rund 20 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums und des Forums Land erhielten am 4. April einen interessanten Einblick in die Arbeiten und Restaurierungskünste der Akademischen Restauratorin Mag. Hemma Kundratitz. Sie präsentierte vor allem das von ihr 2010/11 restaurierte, 1962 erst entdeckte und von einem unbekannten Künstler geschaffene Wandgemälde aus der Renaissance im Stiegenaufgang zum Fürstenchor der Innsbrucker Hofkirche. Es stellt die Kreuzigung Christi und die Stigmatisierung des hl. Franziskus dar. Sodann  erklärte die begabte Restauratorin in der Hofkirche die weltbekannte Ebertorgel, über die sie derzeit ein wissenschaftliches Werk verfasst  und führte in die aktuelle Diskussion des Restaurierungszustandes des Gehäuses ein. Zudem ist die orgelbegeisterte Künstlerin seit 2010 mit der Restaurierung von zwei weiteren Wandgemälden in der Hofkirche beschäftigt und deshalb auch aus der unmittelbaren Nähe  ihres Arbeitsbereiches mit dieser weltberühmten größten, nahezu unversehrt erhaltenen Renaissanceorgel Österreichs vertraut. Die aus dem 16. Jahrhundert stammende und von Orgelbauer Jörg Ebert geschaffene Orgel in der Hofkirche verfügt über 15 Register auf zwei Manualen und angehängtem Pedal.

Hemma Kundratitz, die nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule Innsbruck an der Akademie für bildende Künste in Wien studierte, gab dann einen Einblick in ihr Atelier. Die seit 1982 als selbständige akademische Restauratorin in Tirol tätige Künstlerin in den Fachbereichen Restaurierung von Tafelbildern und Wandmalerei ist dafür bekannt, in mühevoller Kleinarbeit behutsam und gewissenhaft die jeweils beschädigte Originalmalerei kunstvoll zu erneuern und vorhandene Fehlstellen zu ergänzen. (Dr. Heinz Wieser)

Schwierige Geschichte der Tiroler Kunst im Nationalsozialismus

Am 19. März hatten rund 30 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg und des Forums Land mit Geschäftsführerin MMag. Christina Manzl die Gelegenheit, mit Kurator Dr. Günther Dankl die im Tiroler Landesmuseum-Ferdinandeum präsentierte Ausstellung „Zwischen Ideologie, Anpassung und Verfolgung. Kunst und Nationalsozialismus in Tirol“ zu sehen. Mit dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 wurden auch in Tirol alle beste­henden Künstlervereinigungen und -bünde aufgelöst. Künst­ler waren angehalten, der Reichskammer der bildenden Künste, der sog. Reichskunstkammer, als einziger verbind­licher Standes- und Berufsvertretung beizutreten. Doch nur wer einen „Ariernachweis" erbringen konnte, als „politisch zu­verlässig“ galt und „arteigene" Kunst produzierte, konnte als Mitglied an den offiziellen Gau-Kunst-Ausstellungen von 1940 bis 1944 teilnehmen. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Ausstellung die öffent­liche Kunst ebenso wie deren „Betriebssystem" zur Zeit des Nationalsozialismus in Tirol: v.a. Ausstellungswesen, Reichskunstkammer und Geschichte des Ferdinandeums. Im Fokus steht die thematische Analyse der in den Gau-Kunst-Ausstel­lungen gezeigten Kunstwerke Tiroler und Südtiroler Künstler­. Weitere Schwerpunkte bilden Heimatfotografie und Architektur, am Beispiel des 1938/39 errichteten Gauhauses, dem heutigen Landhaus. Werke verbotener, vertriebener und internierter Künstler wer­den ebenso berücksichtigt. In einem eigenen Bereich wird das Schicksal des Kufsteiner Malers und Radierers Harald Picken dargestellt, der von 1939 bis 1945 als politischer Häftling auch in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Da­chau interniert war. In seinen Radierungen, Zeichnungen und Skizzen hat der Künstler das Grauen im Konzentrationslager festgehalten. Mit in die Ausstellung eingebunden sind zeitgenössische Kunst-Kommentare von Martin Gostner, Tatiana Lecomte, Marcel Odenbach und Johanna Tinzl.Ziel der Ausstellung ist es, einen Einblick in die Kunst dieser von Krieg und Ideologie geprägten Jahre zu geben und den oftmals schmal verlaufenden Grat von „angepasster", „ideolo­gischer" und „negierter" Kunst während der Zeit des National­sozialismus in Tirol aufzuzeigen. (Dr. Heinz Wieser)

Symposion zum 500. Todestag von Kaiser Maximilian I

Mit den Begrüßungsworten von Tiroler Versicherungsvorstandsdirektor Mag. Franz Mair, der Obfrau der Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums, Herlinde Keuschnigg und  Museumsleiter Karl C. Berger, begann am 7. März in den Räumlichkeiten der Tiroler Versicherung in Innsbruck ein vom Tiroler Volkskunstmuseum organisiertes und überaus gut besuchtes Symposion zum 500. Todestag von Kaiser Maximilian I.

Aus den drei Referaten ging hervor, dass Kaiser Maximilian I. ein Phänomen war und schon seine Zeitgenossen faszinierte, vor allem, wenn man ihn mit der Distanz von 500 Jahren betrachtet. Ein glänzender Reiter, der bei den großen Ritterturnieren selbst antrat, um aller Welt zu beweisen, was für ein toller Mann war; ein gebildeter, manchmal zartfühlender Autor von Briefen und autobiographischen Texten; ein Freund der Künstler, der meist über seine Verhältnisse lebte und ständig Geldsorgen hatte.

So hob der Leiter des Gemeindemuseums Absam, Matthias Breit, als Kenner des maximilianischen Zeitalters, die Bedeutung des Haller Salzbergwerkes hervor, in dem es seit 1492 einen König Maximilian-Stollen gibt, den laut einer Eintragung im „Amtspuech“ von  von 1502 der Kaiser selbst angeschlagen haben soll.

Auch für Univ.-Prof. Dr. Sabine Weiss vom Institut für Geschichte der Universität Innsbruck, deren  neuestes Buch im November des Vorjahres erschien und eine Monografie über den am 12. Jänner 1519 verstorbenen Kaiser Maximilian darstellt, ist Maximilians Liebe zum Krieg eine maßgebliche Charakteristik. „Maximilian zählte einmal seine Prioritäten auf: Krieg, Jagd und Frauen“, ergänzte sie. Sie befasste sich in ihrem Referat vor allem mit Maximilians Gämsenjagd in der Martinswand und dem Kenotaph in der Innsbrucker Hofkirche.Was aber letztendlich blieb von seiner bewegten Regentschaft, ist die Organisation Österreichs in einen Beamtenstaat, seine Ehen, seine Expansionlust und die Kunst, die er hinterließ.

Eileen Bergmann M.A., Trier, erzählte Interessantes über die Bedeutung internationaler Ehen am Beispiel von Antonia Visconti und Bianca Maria Sforza. Reichtum, Prestige und Heiraten  waren ein probates Mittel in den damaligen Eheverbindungen und dienten der familiären Resilienz. (Dr. Heinz Wieser)

Blick ins Forschungs-und Sammlungszentrum Hall

Rund 30 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg und des Forums Land hatten am 25. Februar Gelegenheit, das am 8. September 2017 in Hall i.T. eröffnete  Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen zu besichtigen.

Der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Karl C. Berger, hieß die Gäste herzlich willkommen und bezeichnete das Sammlungs- und Forschungszentrum als konzeptionellen Meilenstein in der Entwicklung der Tiroler Museenlandschaft. Denn es vereint zentrales Sammlungsmanagement, höchste Sicherheitsvorkehrungen, optimale Lagerung der Exponate und modernste Arbeitsbedingungen zur Erforschung der Tiroler Vergangenheit unter einem Dach.

Von kleinen Nachtfaltern über seltene Musikinstrumente bis hin zu wertvollen Gemälden – das Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen ist eine wahre Schatzkammer. So finden neben sechs Sammlungen des Vereins Ferdinandeum, des Tiroler Volkskunstmuseums, des Kaiserjägermuseums und des Landes Tirol auch Werkstätten, Labors und Arbeitsplätze für 40 Mitarbeitern Platz.

Im neuen Sammlungs-und Forschungszentrum Hall lagern Millionen historischer Kostbarkeiten aus Tiroler Landesmuseen mit einem geschätzten Wert von über einer Milliarde Euro. (Dr. Heinz Wieser)

Tiroler Volkskunstmuseum beleuchtet Tabak-Konfliktgeschichte: „Auf der Kippe - Eine Konfliktgeschichte des Tabaks“ Ausstellung bis 10. November

Im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck wird bis 10. November die ungewöhnliche und interessante Ausstellung „Auf der Kippe - Eine Konfliktgeschichte des Tabaks“, gezeigt, zu der auch eine um Euro 24,90 erhältliche Begleitpublikation erschienen ist.

Naturgemäß standen bei der Eröffnung am 21. Februar die Themen wie Tabak und Rauchen im Mittelpunkt der Reden von Volkskunstmuseumsleiter Karl C. Berger, dessen Mitarbeiterin Anna Engl, Ausstellungskurato Günther Moschig und Landesmuseumsdirektor Wolfgang Meighörner. Der Liedermacher und Literat, Nino aus Wien,  sorgte für die musikalische Umrahmung.

Seit das Tabakrauchen im 16. Jahrhundert den europäischen Kontinent eroberte, war diese aus Amerika importierte Kultur immer wieder Gegenstand von Auseinandersetzungen.

Zunächst aber schätzte man die Pflanze als Heilmittel. Viele Ärzte empfahlen sie als Medizin gegen Schmerzen, Geschwülste, Bronchitis und sogar gegen die Pest. Studenten riet man, möglichst viel Tabak zu rauchen, das beruhige die Nerven und sei gleichzeitig gut für die Konzentration. Aber schon bald regte sich Widerstand, etwa von Seiten der Kirche, die das Tabakrauchen als Sünde geißelte, als verdammenswerte heidnische Brandopfer.

Zwischen tödlicher Krankheit und exotischem Genuss, zwischen lebenslanger Gesundheit und hedonistischem Lifestyle ist der Konsum von Tabak inzwischen weltweit zum Streitfall geworden. Dabei galt Tabak nach seiner Entdeckung in Südamerika als Heilmittel, eroberte als Genussmittel sehr rasch Europa, dann den Nahen Osten, Südostasien, China, Japan und schließlich Afrika.

2018 wurde in Österreich das bereits beschlossene Ge­setz zum generellen Rauchverbot in der Gastronomie und in öffentlichen Räumen wieder aufgehoben. Spätestens seit Irland, Norwegen und Italien 2004 dieses Rauchver­bot ausgesprochen haben, ist Rauchen in den Medien, bei gesundheitspolitischen Diskussionen und an den Stammtischen als Thema ein Dauerbrenner. Der damit verbundene soziale Paradigmenwechsel dient als Anlass für eine Ausstellung zum Thema Rauchen oder Nicht­rauchen. Die Kulturgeschichte des Rauchens ist immer auch eine Geschichte der Konflikte zwischen Rauchern und Antirauchern. Der Tabak sah sich seit seiner Einfüh­rung in Europa immer wieder mit Antitabakbewegungen konfrontiert. Seit den 1980er-Jahren wird Rauchen fast ausschließlich unter dem Gesundheitsaspekt diskutiert. Dabei werden Kulturleistungen, die mit Tabak und des­sen Konsum in Verbindung stehen, gänzlich ausgeblen­det. Rauchen ist aktuell nicht mehr nur eine individuelle Handlung, sondern berührt weitreichende soziale und kulturelle Fragen. Die Ausstellung folgt einerseits dem dialogisch-kontroversiellen Prinzip von Für und Wider Rauchen und geht andererseits der Vielfalt dieser Fragen nach. Es geht um Themen wie Moral, Genuss, Macht, Ge­sundheit, Rauch, Kultur, Geschlechterverhältnis und Zeit.(Dr. Heinz Wieser)

Programm Februar bis September 2019

Februar

Montag, 25. 2., 15.00 Uhr: Neues Sammlungs- und Forschungszentrum Hall
Ort: SFZ des Landes Tirol in Hall, Krajnc-Str. 1.
Führung: Karl C. Berger
Buslinien ab Hauptbahnhof Innsbruck zum Bezirks-Krankenhaus Hall: 504, 505 und 4130.
Anmeldung in Sekretariat TVKM

März
Donnerstag, 7. 3., 14.00 bis 17.00 Uhr: Symposion anlässlich des 500. Todestages von Kaiser Maximilian I.
Ort: Tiroler Versicherung, Wilhelm-Greil-Straße 10, Innsbruck.
Vortragende: Sabine Weiss, Eileen Bergmann, Trier, Matthias Breit (Absam).
Anmeldung in Sekretariat TVKM

Dienstag, 19. März, 15.00 Uhr: Zwischen Ideologie, Anpassung und Verfolgung. Kunst und Nationalsozialismus in Tirol. (Bis 7. 4. 2019)
Ort: Ferdinandeum
Führung: Kurator Günther Dankl

April

Donnerstag, 4. 4., 16.00 Uhr: Besuch des Ateliers von Mag. Hemma Kundratitz
Treffpunkt: Eingang Tiroler Volkskunstmuseum, Universitätsstraße 2, Innsbruck
Die akademische Restauratorin gibt Einblick in die Restaurierung von Tafelbildern und Wandmalerei.

Donnerstag, 25. 4., 14.00 Uhr: Besuch des Räter-Museums und der archäologischen Ausgrabungen auf der „Hohen Birga“ in Birgitz.
Treffpunkt: Dorfplatz Birgitz, gegenüber der Pfarrkirche.
Führung: Annegret Waldner, Museumsleitung.
Die Begehung des Grabungshügels bedarf guten Schuhwerks und ausreichender Trittsicherheit. Gehstrecke ca. 20 Minuten.
Anmeldung in Sekretariat TVKM

Mai

Samstag, 11. Mai: Kulturfahrt ins Pustertal: Aufkirchen, Toblach, Innichen, Sexten.
Herlinde Menardi gibt Einblick in die besonderen Kulturschätze des östlichen Südtiroler Pustertals. (Gesonderte Ausschreibung!)

Donnerstag, 23. 5., 15.00 Uhr: Ferdinandeum. Egger-Lienz und Otto Dix „Bilderwelten zwischen den Kriegen“. (16. 5. – 27. 10. 2019)
Führung: Helena Perena.

Juni

Dienstag, 18. 6., 18.00 Uhr: Arkadenhof des Tiroler Volkskunstmuseums
Feier anlässlich des 80. Geburtstags von Walter Nagl im Kreuzgang des TVKM

Juli

Mittwoch, 3. 7., 16.00 Uhr: Tiroler Volkskunstmuseum. „Auf der Kippe – eine Konfliktgeschichte des Tabaks“. (22. 2. – 10. 11. 2019)
Führung: Kurator Günter Moschig.

September

Dienstag, 3. 9., 16.00 Uhr: Zeughaus – „Des Kaisers Zeug“. Maximilian-Ausstellung.
Führung: Claudia Sporer- Heis. (12. 4. – 3. 11. 2019).

28./29. 9: Kulturfahrt über Grein an der Donau (einzigartiges historisches Stadttheater) und Stift Ardagger nach Melk (Weinverkostung und Übernachtung). Stift Altenburg (Besichtigung dieses Barockjuwels und der Sammlung des Ehepaars Arnold).
(Gesonderte Ausschreibung!)

Freundeskreis besuchte Margreiter-Krippe in Neupradl

Die seit 1956 in der vier Jahre zuvor benedizierten Innsbrucker Schutzengelkirche in Neupradl aufgestellte Bretterkrippe von dem 1876 in Innsbruck geborenen Rudolf  Margreiter war am 25. Jänner Anlass für den Besuch von rund 20 Mitgliedern des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg und Volkskunstmuseumsleiter Karl C. Berger. Anwesend waren auch der Betreuer dieser besonderen Krippe, Dieter Lintner, und Prof. Siegfried Kluibenschedl, der durch seinen Großvater einen besonderen Bezug zu dieser Krippe hat.

Dieter Lintner, der die drei Szenen dieser Krippe, nämlich Herbergsuche, Geburt und Dreikönige, hervorhob, erzählte, dass der Krippenerbauer, einer der letzten bedeutenden Vertreter der sogenannten Nazarener-Richtung, in seiner Gefangenschaft in Ostsibirien während des Ersten Weltkrieges die Figuren entwarf, zeichnete und mit einer Laubsäge bei Kerzenlicht bearbeitete. Im Jahre 1956 machte der Künstler diese Krippe dem damaligen Pfarrvikar an der Schutzengelkirche, Consiliarius Josef Patscheider, zum Geschenk. Der Krippenberg des 1956 verstorbene Rudolf Margreiter wurde 1980 von Georg Dreschke, Innsbruck, und Franz Pernlochner, Thaur, neu gestaltet. (Dr. Heinz Wieser)

TVKM-Freunde besuchten Tiroler Krippenmuseum Fulpmes

25 Mitglieder des Vereins „Freundeskreis des Tiroler Volkskunstmuseums“ besuchten am 18. Jänner 2019 das seit 2008 bestehende Museum des Vereins der Krippenfreunde Fulpmes sowie drei Krippen im privaten Besitz.

Wie der ortskundige Krippenführer Matthias Denifl betonte, hat die Schnitzkunst im Stubaital eine lange Tradition, da einst viele Schmieden das nötige hochwertige Werkzeug herstellten.

Das Krippenmuseum bietet mit zahlreichen Infos und Exponaten einen hochinteressanten Einblick in die Entstehungsgeschichte der Weihnachtskrippe, in das Brauchtum und die Volkskultur sowie in die verschiedenen Techniken des Krippenbaus.
Krippen sind figürlich- künstlerische Darstellungen der Geburt Jesu in einem Stall zu Bethlehem. Die ersten bekannten schriftlichen Zeugen, die das Geschehen der Menschwerdung Christi beschrieben haben, sind die Evangelisten Lukas und Matthäus. Bereits im 4. Jahrhundert fanden sich in Rom bildliche Darstellungen der Geburt Christi. Urkundlich belegt ist, dass schon in altchristlicher Zeit am Weihnachtstag in den Kirchen religiöse Schaustellungen zu sehen gewesen sind, die ab dem 10. Jahrhundert immer mehr volkstümlichen Charakter annehmen. Oftmals wird auch der hl. Franz von Assisi als  „Vater der Krippe“ angesehen, da er im Jahre 1223 zu Weihnachten im Wald von Greggio die erste Weihnachtskrippe in der uns bekannten Form gebaut hatte.

Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert verbreitete sich in Tirol der aus Italien kommende Brauch der Darstellung der Geburt Christi, in der uns heute so vertrauten Form der Weihnachtskrippe. Die Krippe wurde dann vor allem von der bodenständigen Landbevölkerung mit ihrer künstlerischen Veranlagung und klaren Formensprache gestaltet und gepflegt. Nicht nur die Phantasie, der Humor und das Leben des Volkes wurden zum Ausdruck gebracht, in ihr spiegelte sich echte Glaubensüberzeugung wider. Bekannt sind in Tirol das Krippenmuseum in der Brixner Hofburg, die Krippensammlungen des Tiroler Volkskunstmuseums in Innsbruck und die Krippen im Museum von Schloss Bruck bei Lienz. Seit 1963 besitzt das Tiroler Volkskunstmuseum eine sehenswerte Krippenschau. Anhand von Originalen kann die Entwicklung der Krippe in Tirol nahezu lückenlos verfolgt werden. (Dr. Heinz Wieser)

Neujahrsbesuch des „Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums“ bei Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi  empfing am 3. Jänner den am 18. Oktober des Vorjahres neugewählten Vorstand des „Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums“ mit Obfrau Herlinde Keuschnigg an der Spitze. In einem von freundschaftlicher Atmosphäre gekennzeichneten Gespräch würdigte der Bürgermeister die Bedeutung des Freundeskreises, der mit viel Engagement, Idealismus, Umsicht und Einsatzbereitschaft  die größte volkskundliche Sammlung im deutschsprachigen Raum fördert. „Dieses Museum, das nicht nur im kulturellen Leben der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck einen besonderen Akzent darstellt, sondern auch die einheimische Bevölkerung wie auch unsere Gäste anspricht, trägt wesentlich zur Wahrung und Vermittlung der Volkskultur und damit auch zur Tiroler Identität bei“, sagte Bgm. Georg Willi.

Obfrau Herlinde Keuschnigg  präsentierte sodann dem Bürgermeister die Mitglieder des Vereinsvorstandes, der im Jahre 1990 mit dem Ziel der finanziellen und ideellen Unterstützung des Volkskunstmuseums gegründet worden ist. Mit der Vereinsobfrau haben am Empfang des Stadtoberhauptes der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Karl C. Berger, Ehrenobmann Hofrat Otmar Kronsteiner, Gertraud König, Norbert Schatz, Arnold Weger und Heinz Wieser teilgenommen. Nach einem kurzen Überblick über die Veranstaltungen des vergangenen Jahres skizzierte Obfrau Keuschnigg  das für heuer vorgesehene Vereinsprogramm.

Museumsleiter Karl C. Berger hob ebenfalls die Bedeutung dieser kulturellen Einrichtung für die Stadt Innsbruck hervor und gab Bürgermeister Georg Willi einen Einblick in das Ausstellungsprogramm des Tiroler Volkskunstmuseums. (Dr. Heinz Wieser)

Otmar Kronsteiner erhielt Ehrenobmann-Urkunde

Wie schon den vergangenen Jahren trafen sich im Kerzenlicht der "Schwarzmander"  am 30. November die Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg in der Innsbrucker Hofkirche zu einem stimmungsvollen Dankgottesdienst anlässlich des Abschlusses des Arbeitsjahres. Kirchenrektor und Guardian P. Rupert Schwarzl OFM unterstrich in seiner Begrüßung die Bedeutung des religiösen Lebens, ohne das eine Tiroler Volkskultur nicht denkbar ist.

Obfrau Herlinde Keuschnigg streifte die Ereignisse des nun zu Ende gehenden Vereinsjahres und gab einen Ausblick auf geplante Termine für das kommende Jahr, in dem der Freundeskreis nicht nur die 1250-Jahre alte Stiftskirche zu Innichen und bedeutende kulturelle Orte des Pustertales, sondern auch das Benediktinerstift Altenburg in Niederösterreich besuchen wird.

Im Anschluss an diese würdige kirchliche Feier, bei der P. Rupert das Wirken des hl. Franz v. Assisi hervorhob, erhielt im Stubenforum des Tiroler Volkskunstmuseums der bisherige Freundeskreis-Obmann Otmar Kronsteiner von Ehrenobmann Franz Fischler  die Ehrenobmann-Urkunde für das jahrzehntlange erfolgreiche Wirken.

Fischler erinnerte an die vor fast 30 Jahren erfolgte Gründung des Freundeskreises, der im Laufe der Zeit zu einem stattlichen Verein wurde. „Es ist erstaunlich mit welchen Einsatz Otmar Kronsteiner an die Sache heranging. Er hatte immer großes Gespür für das Ästethische und kulturell Interessante“, sagte Fischler wörtlich.

Otmar Kornsteiner gelang es, so Franz Fischler, viele Freunde für das Museum zu gewinnen, das etwas Lebendiges ist und in den Herzen der Tiroler einen besonderen Stellenwert einnimmt. (Dr. Heinz Wieser)

FREIER EINTRITT IN ALLEN LANDESMUSEEN ÖSTERREICHS UND LICHTENSTEINS

Liebe Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums !

Es ist uns eine große Freude Ihnen mitteilen zu dürfen, dass die Direktoren bzw. Geschäftsführer der Landesmuseen in Österreich gemeinsam mit den Leitern einiger Museen in Lichtenstein beschlossen haben, Fördervereinen von Landesmuseen freien Eintritt in ihre Häuser zu gewähren. Durch dieses ebenso großzügige wie sinnvolle Entgegenkommen verfügen Mitglieder des Freundeskreis TVKM mit einer gültigen Jahreskarte ab sofort über die Möglichkeit, alle Landesmuseen in Österreich und Lichtenstein kostenlos zu besuchen. Die Liste der beteiligten Museen finden sie hier: Liste.

Herrn Dir. Dr. Meighörner dürfen wir sehr herzlich für diese besucherfreundliche Initiative und zukunftsorientierte Museumspolitik danken.
Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Mitglieder dieses großartige Angebot (z.B. bei Urlauben oder Ausflügen) nützen würden: Beispielsweise können in Wien 15, in Oberösterreich 10 Museen mit ihren Schätzen besucht werden

Gerade deshalb erinnern wir auch daran, dass mit der Anschluss-Mitgliedschaft eines Familienmitgliedes um preisgünstige 10,00 € diese überaus bemerkenswerte Möglichkeit genutzt werden kann! Nützen Sie diese Chance!
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen künftig viel Freude und spannende Erlebnisse beim Erkunden der faszinierenden Museumslandschaft in den neun Bundesländern sowie in Lichtenstein.

http://www.landesmuseen.at/