Aktuelles

Spannende Entdeckungsreise zum Waldviertler Juwel Stift Altenburg

33 Mitglieder der Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums und des Forums Land machten sich unter der Führung von Obfrau Herlinde Keuschnigg und Reiseleiter Arnold Weger auf, um am 29. September das im Waldviertel gelegene und von starkem Tirol-Bezug geprägte Benediktinerstift Altenburg zu besuchen.

Begrüßungsworte gab es vom früheren Präsidenten des Niederösterreichischen Landtages, Dipl. Ing. Hans Penz, und der Kunsthistorikerin a.o. Univ.-Prof. Dr. Monika Dachs-Nickel, die als Kuratorin der 215 Gemälde umfassenden Sammlung Arnold die Gäste aus Tirol auf einem spannenden Rundgang  durch diese kostbare Gemäldegalerie führte.

Über 40 Jahre hat das Tiroler Ehepaar HR Dr. Herta und Univ.-Prof. Dr. Konrad Arnold Kunstwerke gesammelt, die sie vor zwei Jahren dem Benediktinerstift Altenburg übergaben. Standen anfänglich Maler des 20. Jahrhunderts im Vordergrund, entdeckten die beiden Sammler bald die Epoche des Barock. Somit hat diese kostbare Gemäldegalerie als wichtigste Barocksammlung Österreichs in Privatbesitz eine neue Heimat im Kaisertrakt des Stiftes gefunden, das von aus Tirol stammenden Persönlichkeiten mit klingendem Namen wie die der Baumeister Jakob Prandtauer und Joseph Mungenast sowie der unermüdlichen Freskanten Paul Troger, Jakob Zeiller und Bildhauer Jakob Schletterer eine starke künstlerische Ausprägung erfuhr.

Gewissermaßen als kulturellen Vorspann für dieses besondere Erlebnis im Waldviertel  gab es bereits am Vortag interessante Besichtigungen des ehemaligen Kollegiatsstiftes Ardagger und des Stadttheaters in Grein. (Dr. Heinz Wieser)

Maximilianische Ausstellung „Des Kaisers Zeug“ im Innsbrucker Zeughaus

„Anlässlich des Gedenkens an den 500. Todestag Kaiser Maximilians I. steht das Innsbrucker Zeughaus selbst im Focus der Aktivitäten im Museum im Zeughaus. Das von Maximilian von 1500 bis 1505 errichtete Gebäude ist in sicherer Entfernung von Stadt und Residenz in der damaligen Kohlstatt als Arsenal gebaut. Es beherbergte nicht nur das „Zeug“, also das Kriegsgerät, der Armee des Kaisers samt seinen berühmten Kanonen, sondern war auch das Zentrum einer umfangreichen Rüstungsindustrie. Im Mittelpunkt der bis zum 3. November, jeweils von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 9 bis 17 Uhr zugänglichen Ausstellung „Des Kaisers Zeug – Maximilians Zeughaus in Innsbruck“ steht die Geschichte des Hauses, und seiner Umgebung bis heute, die anlässlich des Maximilianjahres genau erforscht und besondere Einblicke bieten wird“. Dies erklärte am 3. September bei einer Führung durch diese Ausstellung den rund 30 interessierten Mitgliedern des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums und des Forums Land der Historiker Mag. Manfred Schwarz, den die Obfrau des Freundeskreises, Herlinde Keuschnigg, begrüßte.

Der Weg in den Dachboden des Gebäudes führt über eine neu errichtete, leicht schwankende Treppe. Klar, dass es nach Ablauf der Ausstellungszeit wieder zu einem Rückbau kommen wird.Im Dachboden sind Holz und Gebälk im Fokus. Die ältesten Hölzer stammen aus dem Jahr 1499.

Im  Turm-Vorzimmer und das Turmzimmer sind historische Waffen, eine Rüstung und die im gesamten Areal omnipräsenten steinernen Kanonenkugeln zu sehen. Die hohe Anzahl ebendieser lässt sich durch einen Fund im Jahr 1974 in einem Keller in der nahe gelegenen Jahnstraße erklären. Die passenden Kanonen zu den Kanonenkugeln sucht man in diesen Räumen vergeblich. Diese waren wertvoll und wurden oft eingeschmolzen.

Im Ausstellungsraum auf der gegenüberliegenden Hofseite, in dem auch für die Dauer der Ausstellung ein Pop-up-Café untergebracht ist, erfährt man schließlich einiges über die jüngere Vergangenheit und Gegenwart des Zeughauses. Unter anderem sind Ausstellungsplakate der letzten Jahrzehnte oder Experten in kurzen Video-Sequenzen zu sehen, die über die Geschichte des Gebäudes berichten.

Dr. Heinz Wieser

A.o. Univ.-Prof. Dr. Konrad Arnold zum Gedenken

Am 19. Juli gab nach langer schwerer Krankheit a. o. Univ.-Prof. Dr. Konrad Arnold im Alter von 76 Jahren das Leben seinem Schöpfer zurück. Den glänzenden Juristen zeichneten seine aufrechte Haltung, seine Geradlinigkeit und sein überzeugtes Eintreten für Kunst und Kultur aus. Er war ein Humanist alter Prägung auf christlicher Grundlage, universal im Denken und tatkräftig im Handeln. Sein unverwechselbarer persönlicher Stil, seine Bereitschaft auf Menschen zuzugehen und seine Suche nach Ausgleich und Dialog bildeten das Fundament für seine Lehrtätigkeit im Bereich unserer heimischen Alma Mater. Junge Menschen aus- und fortzubilden und ihnen so das nötige juristische Rüstzeug fürs Leben mit zu geben, war immer das vorrangige Ziel des Professors aus Leidenschaft. Energie gepaart mit Klugheit, Güte und Hilfsbereitschaft fügten Prof. Arnold zu einem harmonischen Menschen, der in der Begegnung mit Kultur, Volk und Landschaft ein Tiroler war wie er sein soll.

Der Heimgegangene kam am 7. Februar 1943 in Kufstein zur Welt, war an der hohen Schule unseres Landes als Professor am Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre und als Fakultätsstudienleiter tätig. Seit seinem Abschied von der aktiven Lehrtätigkeit widmete er sich voll und ganz der Organisation und Leitung des ULG „Business Law – Corporate and Contract Law.

Prof. Arnold hatte aber seit früherer Kindheit einen bemerkenswerten Zugang zur Kunst.

Seine erste Bekanntschaft mit der Welt der Kunst hatte er als Vierjähriger in der großelterlichen Kufsteiner Wohnung,  in der ihn Edmund von Wörndles heroische Landschaft „Samsons Kampf mit dem Löwen von 1863“ ebenso faszinierte wie erschreckte. Als Ministrant  erlebte er in der Jugendzeit dann das barocke Gesamtkunstwerk hautnah, bevor er zum Sammler wurde.

So hat der Verstorbene mit seiner Gattin Herta mit viel Engagement und Begeisterung in vierzigjähriger Sammeltätigkeit Gemälde des Barock und des frühen 19. Jahrhunderts zusammengetragen. Der Schwerpunkt liegt auf Kabinett- und Andachtsbildern, aber auch Kleinformate und Skizzen sind vertreten. Die Werke entstanden hauptsächlich in Tirol, im süddeutschen Raum und im Kreis der Wiener Akademie. Sie stammen von namhaften Malern wie beispielsweise von Johann Michael Rottmayr, Paul Troger, Johann Georg Platzer, Johann Wenzel Bergl, Johann Christian Wink, Januarius Zick und Martin Johann Schmidt. Insgesamt beläuft sich die Sammlung auf 215 Gemälde und einige Skulpturen. Im August 2017 erfolgte die Schenkung an das Benediktinerstift Altenburg, in dem die Sammlung Arnold seit 2018 dauerhaft in neu adaptierten Ausstellungsräumen im ehemaligen Kaisertrakt präsentiert wird. Dazu ist im Studienverlag eine Publikation als Bestandskatalog erschienen, in dem alle Gemälde in Einzelanalysen besprochen und abgebildet sind. Dieses Werk von den Autoren Univ.-Prof. Dr. Monika Dachs-Nickel und Dr. Andreas Gamerith trägt den Titel "Die Sammlung Arnold in Stift Altenburg".

Zum 30. Mal wurde am 28. November des Vorjahres im Wiener Hotel Imperial der Kultursponsoringpreis „Maecenas“ verliehen. Der Sonderpreis der Jury für „Maecenatentum“ wurde dem Innsbrucker Sammlerehepaar Univ.- Prof Dr. Konrad Arnold und seiner Gattin, der Kunsthistorikerin Hofrat Dr. Herta Arnold, überreicht. „Maecenas“ wird seit 1989 jährlich von den Initiativen Wirtschaft für Kunst in Kooperation mit dem ORF vergeben,

Dr. Heinz Wieser

TVKM- Sommerfest zum 80. Geburtstag von Walter Nagl

Im Arkadenhof des Tiroler Volkskunstmuseums wurde am 18. Juni der 80. Geburtstages des Tiroler Malers und Bildhauers, Prof. Walter Nagl, als Sommerfest des TVKM- Freundeskreises mit einer Präsentation von Werken des Künstlers gefeiert.

Grußworte sprachen Herlinde Keuschnigg, Obfrau des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums,  . Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums und Hans Peter Haselsteiner, der jeweils unter großem Beifall originelle Anekdoten aus dem Leben Walter Nagls zum Besten gab. Die „HaHaHa-Musig“ sorgte für die musikalische Unterhaltung dieser Feier, an der auch Mitglieder des Forums Land teilnahmen. Unter der Moderation von Ehrenobmann Otmar Kronsteiner  gab es in Anwesenheit von Alt-Landeshauptmann  Herwig Van Staa und Ehrenobmann Franz Fischler ein lebendiges und aufschlussreiches Künstlergespräch, das Landesmuseumsdirektor i .R. Gert Amann mit Walter Nagl führte. Besonderen Dank gab es für Arch. Manfred Pircher, der alle Figuren transportierte, aufstellte, die Sockel fertigte, die Einladung, den Folder und Flyer konzipierte.

Walter Nagl ist seit über 50 Jahren freischaffender Künstler. Er lebt in Hatting und gilt als Liebhaber der klassischen Moderne. Bekannt ist Nagl für meisterhafte Ölmalereien und Bronzeskulpturen, darunter viele Akte. Der bekannte Maler und Bildhauer, am 16. Juni 1939 geboren, ist auf einem kleinen Bergbau­ernhof aufgewachsen. Schon in der Volksschule fiel er als begabter Zeichner auf. Später wurde er an der Innsbrucker Staatsgewerbeschule ein ernsthafter und fleißiger Schüler der Professoren Walter Kuen, Franz Baumann und Hans Pontiller. Von 1959 bis 1963 studierte Nagl an der Akademie der bildenden Künste in Wien Bild­hauerei in der Meisterklasse von Prof. Hans Andre und zeichnete Abendakt bei Herbert Boeckl. Er beendete das Studium mit Diplom und wurde mit dem Kardinal-König-Preis ausgezeichnet.

 1969 eerhielt er den Theodor-Körner-Preis. Das gesamte malerische und plastische Schaffen wird bei Walter Nagl durch die Tradition der klassischen Moderne bestimmt. Auch Nagls Akte sind Landschaften, Beispiele, wo der Mensch zur Landschaft wird und die Landschaft vermenschlicht. Daher fügen sich auch Nagls Skulpturen so vollendet in die Landschaft, wie etwa die Gruppe der drei Bronzefrauen in Rudi Wachs' Labyrinthgarten im Innsbrucker Klinikareal. An die vier Jahre hat der Bildhauer an diesen stilistisch klassischen Figuren gearbeitet, die als Schutzgebete für die Frau, die zwischen Konsumismus und Emanzismus zerstört zu werden droht. Die romanische Malerei hat Nagl besonders beeindruckt. Im Hinblick auf Walter Nagls 80. Geburtstag ehrte die Gemeinde Hatting den großen Künstler, wobei eine Nagl-Skulptur auf einem neu gestalteten Platz, der  jetzt „Prof.- Walter- Nagl- Platz“ heißt, enthüllt wurde. (Dr. Heinz Wieser)

„Bilderwelten zwischen den Kriegen“: Erstmalige Präsentierung der Zeitgenossen Albin Egger-Lienz und Otto Dix in einer gemeinsamen Schau

Rund 40 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg und des Forums Land besuchten am 23. Mai die noch bis 27. Oktober zugängliche Ausstellung „Bilderwelten zwischen den Kriegen“ im Tiroler Landesmuseum- Ferdinandeum.  Die Ausstellungsobjekte erklärte treffend Kuratorin Dr. Helena Perena.  Erstmals werden die Zeitgenossen Albin Egger-Lienz und Otto Dix in einer gemeinsamen Schau präsentiert.

Der Deutsche Otto Dix (1891 – 1969) und der Osttiroler Albin Egger-Lienz (1868- 1926) haben einiges gemeinsam. Beide gelten als maßgeblich für die Entwicklung der modernen realistischen Malerei, beide haben als Freiwillige im Ersten Weltkrieg gedient, und immer wieder haben sie sich – unabhängig voneinander, den gleichen Themen gewidmet: dem Grauen des Krieges, dem Leid der Witwen, der Einsamkeit. Ganz unterschiedlich ist hingegen die Herangehensweise der beiden Künstler. Auf der einen Seite die monumentalen, fast ikonenhaften Darstellungen von Albin Egger-Lienz, auf der anderen die spitzen, manchmal zynischen Arbeiten von Otto Dix. Hier die stoischen, schicksalsergebenen Gestalten, die Egger Lienz in seiner ländlichen Heimat findet, dort die schillernde Halbwelt, der sich Dix in den deutschen Großstädten der Nachkriegszeit widmet. Egger-Lienz sei still, Dix manchmal schrill, sagt Kuratorin Helena Perena. Ein Gegensatz, der bei der Ausstellung auf Schritt und Tritt ins Auge fällt. Es sei reizvoll zu zeigen, wie verschieden die beiden Künstler mit Ähnlichem umgingen, so Perena. Die Ausstellung umfasst mehr als 200 Bilder. Zu sehen sind die Hauptwerke von Albin Egger Lienz und der umfassendste Querschnitt aus der wichtigsten Schaffensphase von Otto Dix, der je in Österreich gezeigt worden sei,so die Kuratorin Helena Perena. Besonders reizvoll nach den überwiegend düsteren Bildern der Ausstellung sind die erst kürzlich entdeckten Aquarelle, die Dix als Bilderbuch für seine kleine Tochter Hana gemalt hat. Sie illustrieren bekannte Märchen und Bibelgeschichten. (Dr. Heinz Wieser)

Volkskunstmuseumsfreunde zu Besuch im Pustertal

Rund 40 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums machten sich am 11. Mai unter der kompetenten Führung der früheren  Museumsleiterin Dr. Herlinde Menardi auf zur diesjährigen Frühlingsfahrt in das Pustertal und besuchten die Orte Aufkirchen, Toblach, Innichen und auf der Heimreise das reizende Tiroler Städtchen an der Rienz, Bruneck. Die Mitreisenden wurden betreut von Obfrau Herlinde Keuschnigg und der Vereins-Schriftführerin Gertraud König. Schon auf der Hinfahrt gab es von Dr. Menardi wertvolle Einblicke in Geschichte und Kultur dieses mit kulturellen Gütern reich ausgestatteten Tales, durch das in früheren Zeiten der wichtigste Handelsweg über Toblach und Cortina nach Venedig führte. Erste Station dieser Reise war der älteste Pusterer Marienwallfahrtsort Aufkirchen bei Toblach mit der seit 1340 als Wallfahrt zu „Beweinung Christi Christi“ mit den vier hl. Frauen“ bezeugten Kirche zu den Sieben Schmerzen Mariens. In Toblach begrüßte Vizebürgermeister a. D. Andreas Walder die Gäste und erklärte ihnen den historischen Ortskern mit der Herbstenburg, dem Haus Englös, dem Roten Turm und der Pfarrkirche. Von diesem Gotteshaus führt der älteste  von Kaiser Maximilian I. angeordnete Kreuzweg Tirols mit Darstellungen von Michael Barth entlang mehrerer Passionskapellen zum Ende des “Kalvarienberges“, der Rundkirche St. Josef von Lerschach. Auf diesem Weg war von Andreas Walder viel Interessantes über Pilgerfahrten ins Heilige Land sowie der Errichtung von Kreuzwegen und der Heiligen Gräber bei uns in Tirol zu hören. Das 1578 vom Brixner Weihbischof  Johannes von Spaur konsekrierte Lerschachkirchl beherbergt eine Nachbildung des Grabes Christi zu Jerusalem. Höhepunkt dieser Kulturreise war aber die seit genau 1250 Jahren bestehende romanische Stiftskirche zu Innichen, die Dr. Herlinde Menardi beeindruckend erklärte. Den größten Schatz der Stiftskirche bildet das zu den bedeutendsten romanischen Kunstwerken des Tirols zählende romanische Kruzifix, eine hervorragende künstlerische Arbeit aus den Jahren um 1240/50. Ein kurzer Einblick in das Außerkirchl zu Innichen erinnerte an den aus diesem Ort stammenden Gastwirt Georg Paprion, der nach einer Pilgerreise ins Hl. Land  den Grund- und Aufriss der Heilig-Grab-Kirche von Jerusalem mitbrachte und neben der Altöttingerkapelle 1653 die Heiliggrabkapelle in diesen Komplex einbaute. Um diese beiden zu verbinden, fügte er einen rechteckigen Saalbau mit flacher Holzudecke an, die sogenannte Leidenskapelle. Schließlich stand noch in Bruneck die Besichtigung eines  als kunsthistorisch besonders interessanten Freskos an der Nordwand der sogenannten Saumühle oder Hannesmühle mit dem sogernannten handelnden Kreuz („Ecclesia- Synagoge“) auf dem Programm. (Dr. Heinz Wieser)

Freundeskreis auf der "Hohen Birga"

Bei der „Hohen Birga“ handelte es sich um eine bäuerliche Siedlung, die aufgrund der gemachten Funde wohl spätestens seit dem 3. Jh.v.Chr. bestand, ihre Blütezeit aber im 1. Jh.v.Chr. hatte. Forum Land und die Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums erlebten eine exklusive Führung durch Mueseum und Ausgrabungsstätte durch die Leiterin Dr. Annegret Waldner. 

Auf der „Hohen Birga“, einem bewaldeten Hügel nördlich von Birgitz waren bereits 1937 die Überreste einer über 2000 Jahre alten Siedlung aus der jüngeren Eisenzeit entdeckt worden, aber erst nach dem Krieg konnten von 1949–1956 die archäologischen Ausgrabungen fortgesetzt werden. Dabei wurden eine Reihe von Gebäuden sowie zahlreiche Funde, wie keramische Gefäße, aber auch Schmuck und Werkzeuge aus Metall sowie Objekte aus Glas und Bein entdeckt. Bei der Siedlung auf der „Hohen Birga“ handelt es sich um die am frühesten untersuchte und größte geschlossene rätische Siedlung in Tirol. Die Räter bewohnten seit dem Ende des 6. Jh.v.Chr. den Alpenraum vom Unterengadin im Westen bis in das Virgental im Osten und im Süden bis an den Gardasee. Die Blütezeit ihrer Kultur, der nach Fundorten in Nordtirol und dem Trentino benannten „Fritzens-Sanzeno-Kultur“ kann in das 4.–1. Jh.v.Chr. gesetzt werden. 15 v.Chr. begannen die Römer ihren Feldzug, um die Alpen zu erobern. Im Zuge der militärischen Besetzung des heutigen Nordtirol dürfte auch die Siedlungstätigkeit auf der „Hohen Birga“ geendet haben.

In der Gemeinde Birgitz entschied man sich mit dem Kooperationspartner Universität Innsbruck dieses wertvolle Stück Geschichte und Kultur zu bewahren, umfassend zu erforschen und sowohl Funde als auch die Forschungsergebnisse der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Im Mai 2013 konnte das Rätermuseum im Ortszentrum von Birgitz eröffnet werden. In diesem wird durch die Präsentation der zahlreichen auf der „Hohen Birga“ ausgegrabenen Funde ein Abbild des Alltags und der Lebenswelt in einer Siedlung der jüngeren Eisenzeit in Tirol gezeigt“, erklärte Museumsleiterin Annegret Waldner den Anwesenden. „Diese Naturwissenschaftliche Untersuchungen liefern Hinweise zu Flora und Fauna und somit Ackerbau- und Viehzucht. Sämtliche Ausgrabungsobjekte werden direkt an die Universität nach Innsbruck gebracht, dort untersucht und danach wieder nach Brigitz zurückgebracht, wo das Team des Museums entscheidet, welche Objekte im Museum ausgestellt werden. Schön ist jedoch, wenn wir Fundstücke herzeigen können, zu denen wir eine Geschichte erzählen können“, so Dr. Waldner. 

Pollenprofil gibt Einblick in Agrargeschichte

Etwas ganz besonderes ist ein im Museum ausgestelltes Pollenprofil. „Dieses Profil ermöglicht den Gewinn von Ergebnissen über die Agrar- und Vegetationsgeschichte. Durch die Analyse der darin gefundene Samen-, Pollen-, Sporen- oder Früchtereste kann auf die ehemalige Vegetation in der Umgebung der Siedlung sowie auf die Ernährung ihrer Bewohner geschlossen werden. Die wirtschaftliche Grundlage bildete v.a. der Ackerbau, der auch durch Funde wie einen Mahdhaken und eine Sichel, aber auch große Mahlsteine im Museum gezeigt wird“, erklärt Waldner das sog. Pollenprofil, das in der Forschung noch nicht so lange Anwendung findet. „Zur Fleisch- und Milchversorgung wurden, wie Funde von Tierknochen belegen, Tierherden v.a. Schafe und Ziegen, aber auch Rinder gehalten. Schweine, Pferde und Geflügel sind ebenfalls, allerdings in deutlich geringerer Zahl nachgewiesen. Auch die Jagd dürfte nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben.“

Das Museum hat ab 3. Mai wieder geöffnet. Führungen sind nach Voranmeldung möglich. Nähere Infos finden Sie unter: www.hohe-birga.at Mailadresse: raetermuseum@birgitz.tirol.gv.at (Christina Manzl)

Einblick in die Restaurierung von Tafelbildern und Wandmalerei: Restaurierungskünste von Hemma Kundratiz

Rund 20 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums und des Forums Land erhielten am 4. April einen interessanten Einblick in die Arbeiten und Restaurierungskünste der Akademischen Restauratorin Mag. Hemma Kundratitz. Sie präsentierte vor allem das von ihr 2010/11 restaurierte, 1962 erst entdeckte und von einem unbekannten Künstler geschaffene Wandgemälde aus der Renaissance im Stiegenaufgang zum Fürstenchor der Innsbrucker Hofkirche. Es stellt die Kreuzigung Christi und die Stigmatisierung des hl. Franziskus dar. Sodann  erklärte die begabte Restauratorin in der Hofkirche die weltbekannte Ebertorgel, über die sie derzeit ein wissenschaftliches Werk verfasst  und führte in die aktuelle Diskussion des Restaurierungszustandes des Gehäuses ein. Zudem ist die orgelbegeisterte Künstlerin seit 2010 mit der Restaurierung von zwei weiteren Wandgemälden in der Hofkirche beschäftigt und deshalb auch aus der unmittelbaren Nähe  ihres Arbeitsbereiches mit dieser weltberühmten größten, nahezu unversehrt erhaltenen Renaissanceorgel Österreichs vertraut. Die aus dem 16. Jahrhundert stammende und von Orgelbauer Jörg Ebert geschaffene Orgel in der Hofkirche verfügt über 15 Register auf zwei Manualen und angehängtem Pedal.

Hemma Kundratitz, die nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule Innsbruck an der Akademie für bildende Künste in Wien studierte, gab dann einen Einblick in ihr Atelier. Die seit 1982 als selbständige akademische Restauratorin in Tirol tätige Künstlerin in den Fachbereichen Restaurierung von Tafelbildern und Wandmalerei ist dafür bekannt, in mühevoller Kleinarbeit behutsam und gewissenhaft die jeweils beschädigte Originalmalerei kunstvoll zu erneuern und vorhandene Fehlstellen zu ergänzen. (Dr. Heinz Wieser)

Schwierige Geschichte der Tiroler Kunst im Nationalsozialismus

Am 19. März hatten rund 30 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg und des Forums Land mit Geschäftsführerin MMag. Christina Manzl die Gelegenheit, mit Kurator Dr. Günther Dankl die im Tiroler Landesmuseum-Ferdinandeum präsentierte Ausstellung „Zwischen Ideologie, Anpassung und Verfolgung. Kunst und Nationalsozialismus in Tirol“ zu sehen. Mit dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 wurden auch in Tirol alle beste­henden Künstlervereinigungen und -bünde aufgelöst. Künst­ler waren angehalten, der Reichskammer der bildenden Künste, der sog. Reichskunstkammer, als einziger verbind­licher Standes- und Berufsvertretung beizutreten. Doch nur wer einen „Ariernachweis" erbringen konnte, als „politisch zu­verlässig“ galt und „arteigene" Kunst produzierte, konnte als Mitglied an den offiziellen Gau-Kunst-Ausstellungen von 1940 bis 1944 teilnehmen. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Ausstellung die öffent­liche Kunst ebenso wie deren „Betriebssystem" zur Zeit des Nationalsozialismus in Tirol: v.a. Ausstellungswesen, Reichskunstkammer und Geschichte des Ferdinandeums. Im Fokus steht die thematische Analyse der in den Gau-Kunst-Ausstel­lungen gezeigten Kunstwerke Tiroler und Südtiroler Künstler­. Weitere Schwerpunkte bilden Heimatfotografie und Architektur, am Beispiel des 1938/39 errichteten Gauhauses, dem heutigen Landhaus. Werke verbotener, vertriebener und internierter Künstler wer­den ebenso berücksichtigt. In einem eigenen Bereich wird das Schicksal des Kufsteiner Malers und Radierers Harald Picken dargestellt, der von 1939 bis 1945 als politischer Häftling auch in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Da­chau interniert war. In seinen Radierungen, Zeichnungen und Skizzen hat der Künstler das Grauen im Konzentrationslager festgehalten. Mit in die Ausstellung eingebunden sind zeitgenössische Kunst-Kommentare von Martin Gostner, Tatiana Lecomte, Marcel Odenbach und Johanna Tinzl.Ziel der Ausstellung ist es, einen Einblick in die Kunst dieser von Krieg und Ideologie geprägten Jahre zu geben und den oftmals schmal verlaufenden Grat von „angepasster", „ideolo­gischer" und „negierter" Kunst während der Zeit des National­sozialismus in Tirol aufzuzeigen. (Dr. Heinz Wieser)

Symposion zum 500. Todestag von Kaiser Maximilian I

Mit den Begrüßungsworten von Tiroler Versicherungsvorstandsdirektor Mag. Franz Mair, der Obfrau der Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums, Herlinde Keuschnigg und  Museumsleiter Karl C. Berger, begann am 7. März in den Räumlichkeiten der Tiroler Versicherung in Innsbruck ein vom Tiroler Volkskunstmuseum organisiertes und überaus gut besuchtes Symposion zum 500. Todestag von Kaiser Maximilian I.

Aus den drei Referaten ging hervor, dass Kaiser Maximilian I. ein Phänomen war und schon seine Zeitgenossen faszinierte, vor allem, wenn man ihn mit der Distanz von 500 Jahren betrachtet. Ein glänzender Reiter, der bei den großen Ritterturnieren selbst antrat, um aller Welt zu beweisen, was für ein toller Mann war; ein gebildeter, manchmal zartfühlender Autor von Briefen und autobiographischen Texten; ein Freund der Künstler, der meist über seine Verhältnisse lebte und ständig Geldsorgen hatte.

So hob der Leiter des Gemeindemuseums Absam, Matthias Breit, als Kenner des maximilianischen Zeitalters, die Bedeutung des Haller Salzbergwerkes hervor, in dem es seit 1492 einen König Maximilian-Stollen gibt, den laut einer Eintragung im „Amtspuech“ von  von 1502 der Kaiser selbst angeschlagen haben soll.

Auch für Univ.-Prof. Dr. Sabine Weiss vom Institut für Geschichte der Universität Innsbruck, deren  neuestes Buch im November des Vorjahres erschien und eine Monografie über den am 12. Jänner 1519 verstorbenen Kaiser Maximilian darstellt, ist Maximilians Liebe zum Krieg eine maßgebliche Charakteristik. „Maximilian zählte einmal seine Prioritäten auf: Krieg, Jagd und Frauen“, ergänzte sie. Sie befasste sich in ihrem Referat vor allem mit Maximilians Gämsenjagd in der Martinswand und dem Kenotaph in der Innsbrucker Hofkirche.Was aber letztendlich blieb von seiner bewegten Regentschaft, ist die Organisation Österreichs in einen Beamtenstaat, seine Ehen, seine Expansionlust und die Kunst, die er hinterließ.

Eileen Bergmann M.A., Trier, erzählte Interessantes über die Bedeutung internationaler Ehen am Beispiel von Antonia Visconti und Bianca Maria Sforza. Reichtum, Prestige und Heiraten  waren ein probates Mittel in den damaligen Eheverbindungen und dienten der familiären Resilienz. (Dr. Heinz Wieser)

Blick ins Forschungs-und Sammlungszentrum Hall

Rund 30 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg und des Forums Land hatten am 25. Februar Gelegenheit, das am 8. September 2017 in Hall i.T. eröffnete  Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen zu besichtigen.

Der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Karl C. Berger, hieß die Gäste herzlich willkommen und bezeichnete das Sammlungs- und Forschungszentrum als konzeptionellen Meilenstein in der Entwicklung der Tiroler Museenlandschaft. Denn es vereint zentrales Sammlungsmanagement, höchste Sicherheitsvorkehrungen, optimale Lagerung der Exponate und modernste Arbeitsbedingungen zur Erforschung der Tiroler Vergangenheit unter einem Dach.

Von kleinen Nachtfaltern über seltene Musikinstrumente bis hin zu wertvollen Gemälden – das Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen ist eine wahre Schatzkammer. So finden neben sechs Sammlungen des Vereins Ferdinandeum, des Tiroler Volkskunstmuseums, des Kaiserjägermuseums und des Landes Tirol auch Werkstätten, Labors und Arbeitsplätze für 40 Mitarbeitern Platz.

Im neuen Sammlungs-und Forschungszentrum Hall lagern Millionen historischer Kostbarkeiten aus Tiroler Landesmuseen mit einem geschätzten Wert von über einer Milliarde Euro. (Dr. Heinz Wieser)

Tiroler Volkskunstmuseum beleuchtet Tabak-Konfliktgeschichte: „Auf der Kippe - Eine Konfliktgeschichte des Tabaks“ Ausstellung bis 10. November

Im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck wird bis 10. November die ungewöhnliche und interessante Ausstellung „Auf der Kippe - Eine Konfliktgeschichte des Tabaks“, gezeigt, zu der auch eine um Euro 24,90 erhältliche Begleitpublikation erschienen ist.

Naturgemäß standen bei der Eröffnung am 21. Februar die Themen wie Tabak und Rauchen im Mittelpunkt der Reden von Volkskunstmuseumsleiter Karl C. Berger, dessen Mitarbeiterin Anna Engl, Ausstellungskurato Günther Moschig und Landesmuseumsdirektor Wolfgang Meighörner. Der Liedermacher und Literat, Nino aus Wien,  sorgte für die musikalische Umrahmung.

Seit das Tabakrauchen im 16. Jahrhundert den europäischen Kontinent eroberte, war diese aus Amerika importierte Kultur immer wieder Gegenstand von Auseinandersetzungen.

Zunächst aber schätzte man die Pflanze als Heilmittel. Viele Ärzte empfahlen sie als Medizin gegen Schmerzen, Geschwülste, Bronchitis und sogar gegen die Pest. Studenten riet man, möglichst viel Tabak zu rauchen, das beruhige die Nerven und sei gleichzeitig gut für die Konzentration. Aber schon bald regte sich Widerstand, etwa von Seiten der Kirche, die das Tabakrauchen als Sünde geißelte, als verdammenswerte heidnische Brandopfer.

Zwischen tödlicher Krankheit und exotischem Genuss, zwischen lebenslanger Gesundheit und hedonistischem Lifestyle ist der Konsum von Tabak inzwischen weltweit zum Streitfall geworden. Dabei galt Tabak nach seiner Entdeckung in Südamerika als Heilmittel, eroberte als Genussmittel sehr rasch Europa, dann den Nahen Osten, Südostasien, China, Japan und schließlich Afrika.

2018 wurde in Österreich das bereits beschlossene Ge­setz zum generellen Rauchverbot in der Gastronomie und in öffentlichen Räumen wieder aufgehoben. Spätestens seit Irland, Norwegen und Italien 2004 dieses Rauchver­bot ausgesprochen haben, ist Rauchen in den Medien, bei gesundheitspolitischen Diskussionen und an den Stammtischen als Thema ein Dauerbrenner. Der damit verbundene soziale Paradigmenwechsel dient als Anlass für eine Ausstellung zum Thema Rauchen oder Nicht­rauchen. Die Kulturgeschichte des Rauchens ist immer auch eine Geschichte der Konflikte zwischen Rauchern und Antirauchern. Der Tabak sah sich seit seiner Einfüh­rung in Europa immer wieder mit Antitabakbewegungen konfrontiert. Seit den 1980er-Jahren wird Rauchen fast ausschließlich unter dem Gesundheitsaspekt diskutiert. Dabei werden Kulturleistungen, die mit Tabak und des­sen Konsum in Verbindung stehen, gänzlich ausgeblen­det. Rauchen ist aktuell nicht mehr nur eine individuelle Handlung, sondern berührt weitreichende soziale und kulturelle Fragen. Die Ausstellung folgt einerseits dem dialogisch-kontroversiellen Prinzip von Für und Wider Rauchen und geht andererseits der Vielfalt dieser Fragen nach. Es geht um Themen wie Moral, Genuss, Macht, Ge­sundheit, Rauch, Kultur, Geschlechterverhältnis und Zeit.(Dr. Heinz Wieser)

Programm Februar bis September 2019

Februar

Montag, 25. 2., 15.00 Uhr: Neues Sammlungs- und Forschungszentrum Hall
Ort: SFZ des Landes Tirol in Hall, Krajnc-Str. 1.
Führung: Karl C. Berger
Buslinien ab Hauptbahnhof Innsbruck zum Bezirks-Krankenhaus Hall: 504, 505 und 4130.
Anmeldung in Sekretariat TVKM

März
Donnerstag, 7. 3., 14.00 bis 17.00 Uhr: Symposion anlässlich des 500. Todestages von Kaiser Maximilian I.
Ort: Tiroler Versicherung, Wilhelm-Greil-Straße 10, Innsbruck.
Vortragende: Sabine Weiss, Eileen Bergmann, Trier, Matthias Breit (Absam).
Anmeldung in Sekretariat TVKM

Dienstag, 19. März, 15.00 Uhr: Zwischen Ideologie, Anpassung und Verfolgung. Kunst und Nationalsozialismus in Tirol. (Bis 7. 4. 2019)
Ort: Ferdinandeum
Führung: Kurator Günther Dankl

April

Donnerstag, 4. 4., 16.00 Uhr: Besuch des Ateliers von Mag. Hemma Kundratitz
Treffpunkt: Eingang Tiroler Volkskunstmuseum, Universitätsstraße 2, Innsbruck
Die akademische Restauratorin gibt Einblick in die Restaurierung von Tafelbildern und Wandmalerei.

Donnerstag, 25. 4., 14.00 Uhr: Besuch des Räter-Museums und der archäologischen Ausgrabungen auf der „Hohen Birga“ in Birgitz.
Treffpunkt: Dorfplatz Birgitz, gegenüber der Pfarrkirche.
Führung: Annegret Waldner, Museumsleitung.
Die Begehung des Grabungshügels bedarf guten Schuhwerks und ausreichender Trittsicherheit. Gehstrecke ca. 20 Minuten.
Anmeldung in Sekretariat TVKM

Mai

Samstag, 11. Mai: Kulturfahrt ins Pustertal: Aufkirchen, Toblach, Innichen, Sexten.
Herlinde Menardi gibt Einblick in die besonderen Kulturschätze des östlichen Südtiroler Pustertals. (Gesonderte Ausschreibung!)

Donnerstag, 23. 5., 15.00 Uhr: Ferdinandeum. Egger-Lienz und Otto Dix „Bilderwelten zwischen den Kriegen“. (16. 5. – 27. 10. 2019)
Führung: Helena Perena.

Juni

Dienstag, 18. 6., 18.00 Uhr: Arkadenhof des Tiroler Volkskunstmuseums
Feier anlässlich des 80. Geburtstags von Walter Nagl im Kreuzgang des TVKM

Juli

Mittwoch, 3. 7., 16.00 Uhr: Tiroler Volkskunstmuseum. „Auf der Kippe – eine Konfliktgeschichte des Tabaks“. (22. 2. – 10. 11. 2019)
Führung: Kurator Günter Moschig.

September

Dienstag, 3. 9., 16.00 Uhr: Zeughaus – „Des Kaisers Zeug“. Maximilian-Ausstellung.
Führung: Claudia Sporer- Heis. (12. 4. – 3. 11. 2019).

28./29. 9: Kulturfahrt über Grein an der Donau (einzigartiges historisches Stadttheater) und Stift Ardagger nach Melk (Weinverkostung und Übernachtung). Stift Altenburg (Besichtigung dieses Barockjuwels und der Sammlung des Ehepaars Arnold).
(Gesonderte Ausschreibung!)

Freundeskreis besuchte Margreiter-Krippe in Neupradl

Die seit 1956 in der vier Jahre zuvor benedizierten Innsbrucker Schutzengelkirche in Neupradl aufgestellte Bretterkrippe von dem 1876 in Innsbruck geborenen Rudolf  Margreiter war am 25. Jänner Anlass für den Besuch von rund 20 Mitgliedern des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg und Volkskunstmuseumsleiter Karl C. Berger. Anwesend waren auch der Betreuer dieser besonderen Krippe, Dieter Lintner, und Prof. Siegfried Kluibenschedl, der durch seinen Großvater einen besonderen Bezug zu dieser Krippe hat.

Dieter Lintner, der die drei Szenen dieser Krippe, nämlich Herbergsuche, Geburt und Dreikönige, hervorhob, erzählte, dass der Krippenerbauer, einer der letzten bedeutenden Vertreter der sogenannten Nazarener-Richtung, in seiner Gefangenschaft in Ostsibirien während des Ersten Weltkrieges die Figuren entwarf, zeichnete und mit einer Laubsäge bei Kerzenlicht bearbeitete. Im Jahre 1956 machte der Künstler diese Krippe dem damaligen Pfarrvikar an der Schutzengelkirche, Consiliarius Josef Patscheider, zum Geschenk. Der Krippenberg des 1956 verstorbene Rudolf Margreiter wurde 1980 von Georg Dreschke, Innsbruck, und Franz Pernlochner, Thaur, neu gestaltet. (Dr. Heinz Wieser)

TVKM-Freunde besuchten Tiroler Krippenmuseum Fulpmes

25 Mitglieder des Vereins „Freundeskreis des Tiroler Volkskunstmuseums“ besuchten am 18. Jänner 2019 das seit 2008 bestehende Museum des Vereins der Krippenfreunde Fulpmes sowie drei Krippen im privaten Besitz.

Wie der ortskundige Krippenführer Matthias Denifl betonte, hat die Schnitzkunst im Stubaital eine lange Tradition, da einst viele Schmieden das nötige hochwertige Werkzeug herstellten.

Das Krippenmuseum bietet mit zahlreichen Infos und Exponaten einen hochinteressanten Einblick in die Entstehungsgeschichte der Weihnachtskrippe, in das Brauchtum und die Volkskultur sowie in die verschiedenen Techniken des Krippenbaus.
Krippen sind figürlich- künstlerische Darstellungen der Geburt Jesu in einem Stall zu Bethlehem. Die ersten bekannten schriftlichen Zeugen, die das Geschehen der Menschwerdung Christi beschrieben haben, sind die Evangelisten Lukas und Matthäus. Bereits im 4. Jahrhundert fanden sich in Rom bildliche Darstellungen der Geburt Christi. Urkundlich belegt ist, dass schon in altchristlicher Zeit am Weihnachtstag in den Kirchen religiöse Schaustellungen zu sehen gewesen sind, die ab dem 10. Jahrhundert immer mehr volkstümlichen Charakter annehmen. Oftmals wird auch der hl. Franz von Assisi als  „Vater der Krippe“ angesehen, da er im Jahre 1223 zu Weihnachten im Wald von Greggio die erste Weihnachtskrippe in der uns bekannten Form gebaut hatte.

Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert verbreitete sich in Tirol der aus Italien kommende Brauch der Darstellung der Geburt Christi, in der uns heute so vertrauten Form der Weihnachtskrippe. Die Krippe wurde dann vor allem von der bodenständigen Landbevölkerung mit ihrer künstlerischen Veranlagung und klaren Formensprache gestaltet und gepflegt. Nicht nur die Phantasie, der Humor und das Leben des Volkes wurden zum Ausdruck gebracht, in ihr spiegelte sich echte Glaubensüberzeugung wider. Bekannt sind in Tirol das Krippenmuseum in der Brixner Hofburg, die Krippensammlungen des Tiroler Volkskunstmuseums in Innsbruck und die Krippen im Museum von Schloss Bruck bei Lienz. Seit 1963 besitzt das Tiroler Volkskunstmuseum eine sehenswerte Krippenschau. Anhand von Originalen kann die Entwicklung der Krippe in Tirol nahezu lückenlos verfolgt werden. (Dr. Heinz Wieser)

Neujahrsbesuch des „Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums“ bei Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi  empfing am 3. Jänner den am 18. Oktober des Vorjahres neugewählten Vorstand des „Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums“ mit Obfrau Herlinde Keuschnigg an der Spitze. In einem von freundschaftlicher Atmosphäre gekennzeichneten Gespräch würdigte der Bürgermeister die Bedeutung des Freundeskreises, der mit viel Engagement, Idealismus, Umsicht und Einsatzbereitschaft  die größte volkskundliche Sammlung im deutschsprachigen Raum fördert. „Dieses Museum, das nicht nur im kulturellen Leben der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck einen besonderen Akzent darstellt, sondern auch die einheimische Bevölkerung wie auch unsere Gäste anspricht, trägt wesentlich zur Wahrung und Vermittlung der Volkskultur und damit auch zur Tiroler Identität bei“, sagte Bgm. Georg Willi.

Obfrau Herlinde Keuschnigg  präsentierte sodann dem Bürgermeister die Mitglieder des Vereinsvorstandes, der im Jahre 1990 mit dem Ziel der finanziellen und ideellen Unterstützung des Volkskunstmuseums gegründet worden ist. Mit der Vereinsobfrau haben am Empfang des Stadtoberhauptes der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Karl C. Berger, Ehrenobmann Hofrat Otmar Kronsteiner, Gertraud König, Norbert Schatz, Arnold Weger und Heinz Wieser teilgenommen. Nach einem kurzen Überblick über die Veranstaltungen des vergangenen Jahres skizzierte Obfrau Keuschnigg  das für heuer vorgesehene Vereinsprogramm.

Museumsleiter Karl C. Berger hob ebenfalls die Bedeutung dieser kulturellen Einrichtung für die Stadt Innsbruck hervor und gab Bürgermeister Georg Willi einen Einblick in das Ausstellungsprogramm des Tiroler Volkskunstmuseums. (Dr. Heinz Wieser)

Otmar Kronsteiner erhielt Ehrenobmann-Urkunde

Wie schon den vergangenen Jahren trafen sich im Kerzenlicht der "Schwarzmander"  am 30. November die Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg in der Innsbrucker Hofkirche zu einem stimmungsvollen Dankgottesdienst anlässlich des Abschlusses des Arbeitsjahres. Kirchenrektor und Guardian P. Rupert Schwarzl OFM unterstrich in seiner Begrüßung die Bedeutung des religiösen Lebens, ohne das eine Tiroler Volkskultur nicht denkbar ist.

Obfrau Herlinde Keuschnigg streifte die Ereignisse des nun zu Ende gehenden Vereinsjahres und gab einen Ausblick auf geplante Termine für das kommende Jahr, in dem der Freundeskreis nicht nur die 1250-Jahre alte Stiftskirche zu Innichen und bedeutende kulturelle Orte des Pustertales, sondern auch das Benediktinerstift Altenburg in Niederösterreich besuchen wird.

Im Anschluss an diese würdige kirchliche Feier, bei der P. Rupert das Wirken des hl. Franz v. Assisi hervorhob, erhielt im Stubenforum des Tiroler Volkskunstmuseums der bisherige Freundeskreis-Obmann Otmar Kronsteiner von Ehrenobmann Franz Fischler  die Ehrenobmann-Urkunde für das jahrzehntlange erfolgreiche Wirken.

Fischler erinnerte an die vor fast 30 Jahren erfolgte Gründung des Freundeskreises, der im Laufe der Zeit zu einem stattlichen Verein wurde. „Es ist erstaunlich mit welchen Einsatz Otmar Kronsteiner an die Sache heranging. Er hatte immer großes Gespür für das Ästethische und kulturell Interessante“, sagte Fischler wörtlich.

Otmar Kornsteiner gelang es, so Franz Fischler, viele Freunde für das Museum zu gewinnen, das etwas Lebendiges ist und in den Herzen der Tiroler einen besonderen Stellenwert einnimmt. (Dr. Heinz Wieser)

FREIER EINTRITT IN ALLEN LANDESMUSEEN ÖSTERREICHS UND LICHTENSTEINS

Liebe Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums !

Es ist uns eine große Freude Ihnen mitteilen zu dürfen, dass die Direktoren bzw. Geschäftsführer der Landesmuseen in Österreich gemeinsam mit den Leitern einiger Museen in Lichtenstein beschlossen haben, Fördervereinen von Landesmuseen freien Eintritt in ihre Häuser zu gewähren. Durch dieses ebenso großzügige wie sinnvolle Entgegenkommen verfügen Mitglieder des Freundeskreis TVKM mit einer gültigen Jahreskarte ab sofort über die Möglichkeit, alle Landesmuseen in Österreich und Lichtenstein kostenlos zu besuchen. Die Liste der beteiligten Museen finden sie hier: Liste.

Herrn Dir. Dr. Meighörner dürfen wir sehr herzlich für diese besucherfreundliche Initiative und zukunftsorientierte Museumspolitik danken.
Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Mitglieder dieses großartige Angebot (z.B. bei Urlauben oder Ausflügen) nützen würden: Beispielsweise können in Wien 15, in Oberösterreich 10 Museen mit ihren Schätzen besucht werden

Gerade deshalb erinnern wir auch daran, dass mit der Anschluss-Mitgliedschaft eines Familienmitgliedes um preisgünstige 10,00 € diese überaus bemerkenswerte Möglichkeit genutzt werden kann! Nützen Sie diese Chance!
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen künftig viel Freude und spannende Erlebnisse beim Erkunden der faszinierenden Museumslandschaft in den neun Bundesländern sowie in Lichtenstein.

http://www.landesmuseen.at/