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Besuch der Kunstkammer der Serviten, 4.2.2011

Zu einem besonderen kulturellen Erlebnis gestaltete sich am 4.Februar die Besichtigung der Kunstkammer des Innsbrucker Servitenklosters. Obmann Hofrat Dipl.Ing. Otmar Kronsteiner konnte dabei rund 50 Mitglieder des Freundeskreises des Volkskunstmuseums willkommen heißen.
Frau Hofrätin Dr. Herta Arnold, die sich wissenschaftlich mit diesem besonderen Kleinod in der Tiroler Landeshauptstadt befasst hatte, erinnerte an die Entstehung und Geschichte dieser Kunstkammer, die 1957 neu eingerichtet wurde, wobei unter anderem auch die Kästen des ehemaligen Naturwissenschaftlichen Kabinetts aufgestellt wurden. Eine Erweiterung erfolgte sodann 1998.

In Innsbruck bestanden ursprünglich drei Klosterniederlassungen des Servitenordens. Alle verdanken ihre Gründung der Erzherzogin Anna Katharina von Gonzaga, der zweiten Gemahlin von Erzherzog Ferdinand II. Nach dessen Tod 1595 gründete die erst 29-jährige Witwe 1606 das „Regelhaus“, in das sie mit ihrer Tochter Maria eintrat, und dazu das sogenannte „Versperrte Kloster“ der Servitinnen. Beide Frauenklöster lagen an Stelle der heutigen SOWI. Nur die dritte Gründung, das seit 1614 erbaute Servitenkloster in der Maria-Theresien-Straße mit der dem heiligen Josef geweihten Kirche ist bis heute erhalten geblieben. In der Kunstkammer werden persönliche Gegenstände gezeigt aus dem Besitz der Erzherzogin, die als Anna Juliana in das Regelhaus eingetreten ist. Außerdem kann man Gemälde, Grafiken und Kunstgewerbe aus dem 16. bis 19.Jahrhundert sowie barocke liturgische Geräte wie Monstranzen und Kelche besichtigen. (Dr.Heinz Wieser) 

 

Anton Christian: Führung im Zeughaus

Rund 30 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums unter der Führung von Obmann Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner besuchten am 22. Jänner Anton Christians Sonderausstellung „Treibgut“ im Landeskundlichen Museum Zeughaus in Innsbruck. Sie ist nach den Ausstellungen 1990 und 2000 nunmehr die dritte umfangreiche Präsentation des Schaffens des Tiroler Künstlers Anton Christian in den Tiroler Landesmuseen. 


Der Künstler beschäftigt sich seit Jahren mit den psychischen und physischen Erscheinungen des Lebens. Zentrale Themen seiner Arbeiten sind die Sexualität, der Schmerz, die Angst, die Einsamkeit oder die Gebrechen des Alterns. Die von ihm dabei ausgelegten Spuren sind vielfältiger Natur. Sie betreffen eine in seiner Kunst angelegte „Gedächtnisarbeit“ ebenso wie das Spannungsfeld von Kunst und Gesellschaft, das in seinen Arbeiten oftmals in drastischer und berührender Weise zum Ausdruck gebracht wird.


In Erweiterung des Zyklus „Alte Leute“ von 2008 führt Anton Christian im Zeughaus alte und neue Werke zu diesem stets aktuellen Thema zu einer installativen Präsentation zusammen, in die - in Anlehnung an seine sowohl agierende als auch reagierende Arbeitsweise - Teile seiner Kunstsammlung gemeinsam mit Skizzen und vorbereitenden Arbeiten einfließen. 


Im zentralen und titelgebenden Werk der Ausstellung wird der Betrachter mit der groß angelegten Installation „Treibgut“ konfrontiert: einer mächtigen Anhäufung von eingefärbtem Treibholz, der links und rechts zwei weiße Lazarettzelte vorgelagert sind, in denen sich zum einen das Objekt „Bett mit Säge“ und zum anderen Büromöbel befinden. Anton Christian greift mit ihr sowohl das Thema der Flucht als auch die Problematik des Alterns und der Drogenabhängigkeit auf. (Dr.Heinz Wieser) 
 

Krippenschauen in Mutters, 7.1.2011, 13.30 Uhr:

Für rund 50 Angehörige des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obmann Hofrat Dipl.Ing. Otmar Kronsteiner war der am 7.Jänner im Krippendorf Mutters erfolgte Besuch mehrerer Tiroler Krippen in verschiedenen Häusern ein besonderer Höhepunkt im Weihnachtsfestkreis. Dabei brachte der Kreither Viergesang weihnachtliche Weisen zum stimmungsvollen Erklingen. Die Krippe, die im Mittelpunkt der weihnachtlichen Bräuche in Tirol steht, ist ein verstärktes Gestalten der Weihnachtsbotschaft. So gilt der hl. Franz von Assisi als Urheber und Patron der Krippe. Beim XII. Internationalen Krippenkongress in Innsbruck 1985 wurde er urkundlich zum Patron der Krippenfreunde erklärt. Die erste Krippe wurde in Tirol 1608 in der Innsbrucker Jesuitenkirche aufgestellt.

Der Obmann des Krippenvereines Mutters, Dr.Franz Jäger, der die Krippele- Besucher in der Pfarrkirche Mutters mit HR Kronsteiner willkommen hieß, teilte mit, dass die Vereinsmitglieder es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht haben, alte und wertvolle Weihnachtskrippen in den Stuben, Kapellen und Kirchen des Ortes zu pflegen und zu erhalten, sondern auch das Aufstellen von Krippendarstellungen in den Häusern und Wohnungen zu fördern und zu verbreiten. Das ganze Jahr befassen sich die Vereinsmitglieder in Kursen, Tagungen und Treffen mit dem Krippenbau und der Schnitzkunst. So bieten im ganzen Land 86 Krippenvereine Krippenbaukurse an. Beim Krippenschauen in der Gemeinde Mutters zeigten die Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseum große Begeisterung am Entdecken alter und neuer Schätze gezeigter Krippenbaukunst. Deshalb dachte man unwillkürlich an das Zitat von Alt-Bischof Dr. Reinhold Stecher: „Die Krippe soll Heimat des Herzens werden und sein.“ (Dr.Heinz Wieser) 

 

Großes Interesse an der Führung AU! Schmerz

Viele Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums bewiesen ihr Interesse an der am 15. September stattgefundenen Führung durch die Ausstellung „Au! Schmerz“. Frau Dr. Herlinde Menardi und Mag. Karl Berger befassten sich in ihren ausführlichen Erklärungen mit den verschiedenen Bedeutungen und Auswirkung des Phänomens „Schmerz“, das auch unsere Kultur geprägt hat.
Passend zum Thema der Ausstellung und zum liturgischen Fest dieses Tages, dem „Gedächtnis der Schmerzen Mariens“ fand im Anschluss an diese Führung in der Hofkirche das Konzert „ Stabat Mater“ statt. Die vom hl. Bonaventura verfasste Sequenz dieses Festes beginnt mit dem Vers „Christi Mutter stand mit Schmerzen bei dem Kreuz und weint´ von Herzen als ihr lieber Sohn da hing.
(Dr.Heinz Wieser)
 

Sagenabend mit Kammerschauspielerin Julia Gschnitzer und den fünf Saligen

Wer kennt sie nicht, die Saligen Fräulein aus längst vergangener Kindheit und Jugend? Mit großer Begeisterung haben wir über sie gelesen in den Märchen – und Sagen von damals. Und auf einmal waren sie wieder für uns greifbar nahe bei einem stimmungsvollen Leseabend mit Kammerschauspielerin Julia Gschnitzer am 25. November 2010 im Tiroler Volkskunstmuseum. Der Obmann des Freundeskreises, Hofrat Dipl.Ing. Otmar Kronsteiner hat nicht zu viel versprochen, wenn er in seinen Begrüßungsworten von einer Verzauberung bei diesem Märchenabend gesprochen hatte.
Musikalische Saligen-Atmosphäre brachten dabei in das Tiroler Volkskunstmuseum vor einem begeisterten Auditorium die fünf „Saligen“, die schon bei den heurigen Tiroler Volksschauspielen in Telfs einen Märchenabend mit der Kammerschauspielerin gestalteten: Babara Müller mit Gesang, Violine und Percussion; Agnes Auer mit Fagott; Christine Köhle mit Querflöte, Percussion; Bettina Schmid mit Gesang und Querflöte und Petra Schmid-Weiß mit Gesang und Gitarre. Julia Gschnitzer brachte Saligen-Erzählung aus Nord-, Süd- und Osttirol.
Unter den zauberischen Gestalten, die in den Bergen Tirols beheimatet sind, nehmen die saligen oder seligen Fräulein, auch Wald- oder Bergfrauen genannt, die erste Stelle ein. Die saligen Fräulein wohnen zuhöchst im Gebirge, wo sich im Innern der Berge unter Felsen und Gletschern ein herrliches Reich erstreckt. Nur selten vergönnen sie dem Sterblichen, ihren geheimnisvollen Aufenthaltsort zu betreten. Wen sie aber für würdig erachten, ihr Gesicht zu schauen, dem erweisen sie Liebe und Huld. Doch wehe dem Menschen, der darüber nicht Stillschweigen bewahrt, der Zorn der verratenen Bergfrauen ergießt sich über den unvorsichtigen Schwätzer, ihre Strafe wird ihn ereilen.
Dr.Heinz Wieser
 

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