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Herlinde Keuschnigg neue Obfrau. Otmar Kronsteiner nun Ehrenobmann

Bei der am 18. Oktober in Innsbruck abgehaltenen Jahreshauptversammlung des  Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums wurde Herlinde Keuschnigg einstimmig zur neuen Obfrau und damit zur Nachfolgerin von Otmar Kronsteiner gewählt.

Der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Karl C. Berger, zeichnete ein anschauliches Bild über das Museumsleben, das vor allem geprägt ist von Ausstellungen, Präsentationen und der Herausgabe von Publikationen und Begleitbänden zu den Ausstellungen. Bewährt hat sich auch die Setzung inhaltlicher Schwerpunkte zu Weihnachten und zu Ostern. Intensiviert wurde die Erfassung von Andachtsgrafiken.  

In seinem Bericht gab Kronsteiner zunächst einen Überblick über die 40 Veranstaltungen während der letzten drei Jahre, wobei er immer mehr den Schwerpunkt auf Handswerksberufe legte, die ums Überleben kämpfen. Sodann gab er  bekannt, dass er seine Obmannschaft nach 12 Jahren (insgesamt war Otmar 28 Jahre Vorstandsmitglied) in jüngere, dynamischere und politisch erfahrene Hände geben will und dafür Herlinde Keuschnigg vorschlägt. „Natürlich: Scheiden tut weh“ sagte der scheidende Obmann wörtlich, dem sein Freundeskreis stets ein Herzensanliegen war.

Die neue Obfrau Herlinde Keuschnigg dankte für den Vertrauensvorschuss, gab ihrer Freude auf die künftige Vereinsarbeit Ausdruck, die sie zum Wohle des Hauses und der Tiroler Volkskultur erfüllen möchte. Sie würdigte sodann Kronsteiners Verdienste, dem das kulturelle Leben der Landeshauptstadt Innsbruck sowie des Landes Tirol nördlich und südlich des Brenners viel bedeutet und für dessen Belange er sich beispielgebend  mit Tatkraft und immer neuen Ideen einsetzte. So wurde durch Kronsteiners Initiative der "Freundeskreis des Tiroler Volkskunstmuseums", im Jahre 1990 mit dem Ziel gegründet, das Volkskunstmuseum finanziell und ideell zu unterstützen.

Schließlich danke Elisabeth Walde, in herzlichen Worten dem bisherigen Obmann Otmar Kronsteiner, der in fast drei Jahrzehnten Unglaubliches geleistet hat, und dem gewissermaßen eine Verschmelzung des Vereins mit dem Volkskunstmuseum in bewundernswerter Weise gelungen ist. Auf Waldes Antrag hin wurde Otmar Kronsteiner zum Ehrenobmann ernannt.

Vor der Jahreshauptversammlung sprach Landesarchivdirektor Christoph Haidacher in der Hofkirche nach Klängen der Ebert-Orgel durch Reinhard Jaud zum Thema „Kaiser Maximilian I. – Ein Herrscher der Zeitenwende“.

Unter dem Motto „Tiroler im Herzen — Europäer im Geiste“, begeht das Land Tirol das Gedenken an Kaiser Maximilian I., dessen Tod sich 2019 zum 500. Mal jährt. Dazu erschien im Haymon-Verlag das von Michael Forcher und Christoph Haidacher herausgegebene Buch „Kaiser Maximilian I. - Tirol. Österreich. Europa. 1459-1519“. (Dr. Heinz Wieser)

Der neugewählte Vorstand:
Obfrau: Herlinde Keuschnigg
1.Obfrau-Stellvertreterin: Herta Arnold
2. Obfrau-Stellvertreter: Heinz Wieser
Schriftführung / Protokoll: Gertraud König
Schriftführung / Datenverwaltung: Norbert Schatz
1. Kassier: Arnold Weger
2. Kassier: Engelbert Pöschl
Kassaprüfer: Elisabeth Loidl und Klaus Menardi
Beiräte: Karl C. Berger, Anna Engl, Dietrich Feil, Otmar Kronsteiner, Herlinde Menardi, Reinhard Rampold, Elisabeth Walde;

Programm Juni bis Oktober 2018

Juni
Dienstag, 12. Juni 2018, 17.00 Uhr: Ledermanufaktur Peter Nagele.
Präsentation dieses alten Handwerks (Herstellung von Lederhosen, Ranzen etc.) durch die Inhaberin Monika Nuener. Treffpunkt Leopoldstraße 35 (am Kaiserschützenplatz), Innsbruck.
Anmeldung erbeten: Tel. 0512-59489-510, e-mail: h.kapferer@tiroler-landesmuseen.at

Donnerstag, 28. Juni 2018, 17.00 Uhr: „Feuer“
Führung durch die diesjährige Sonderausstellung im TVKM durch die beiden Kuratoren Dr. Karl Berger und Mag. Anna Engl. Treffpunkt im TVKM.

2. Termin: Donnerstag, 4. Oktober 2018, 17.00 Uhr

August:
Donnerstag, 2. August 2018, 16.00 Uhr: Dass der Himmel über mir sich kläre.
Führung durch die Künstlerin Gitti Schneider, Treffpunkt TVKM, Kreuzgang.

Donnerstag, 30. 8., 18.00 Uhr: „Gläserkastl“ am Domplatz
Kurz vor der endgültigen Schließung des Geschäfts die letzte Möglichkeit eines Besuchs mit Handwerksvorführung, Treffpunkt Domplatz.
Anmeldung erbeten: Tel. 0512-59489-510, e-mail: h.kapferer@tiroler-landesmuseen.at

September:
Donnerstag, 13. September 2018, 15.00 Uhr: Stereotypen. Gegen eine musikalische Mono-Kultur.
Führung durch den Kurator Dr. Franz Gratl. Treffpunkt Ferdinandeum.

Oktober:
Samstag, 6. – Sonntag, 7. Oktober 2018: Herbst-Fahrt nach Bregenz
Besuch des Vorarlberg-Museums und der Insel Reichenau. Hierzu erfolgt eine gesonderte Ausschreibung.

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 18.00 Uhr: Jahreshauptversammlung
Vortrag Dr. Christoph Haidacher MAS zu Kaiser Maximilian
Treffpunkt Hofkirche,  anschließend Generalversammlung in den Stuben (1. OG) des TVKM.

“Renaissance hören“
Prof. Reinhard Jaud entführt in die fantastische Klangwelt der Ebertorgel. Die Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums sind herzlich bei freiem Eintritt dazu eingeladen.
Donnerstag, 21. Juni 2018, 17:30 Uhr Renaissance hören
Donnerstag, 9. August 2018, 17:30 Uhr Renaissance hören

Dir. Meighörner präsentierte den Vorstand der Volkskunstmuseums-Freunden neues Sammlungs- und Forschungszentrum in Hall

Auf Einladung des Tiroler Landesmuseen - Direktors und Geschäftsführers, PD Dr. Wolfgang Meighörner, hatten am 10. Juli Vorstandmitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit ihrem Obmann, Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner, die Gelegenheit, das am 8. September des Vorjahres in Hall i.T. eröffnete  Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen zu besichtigen.

Direktor Meighörner hieß die Gäste herzlich willkommen und bezeichnete das Sammlungs- und Forschungszentrum als konzeptionellen Meilenstein in der Entwicklung der Tiroler Museenlandschaft. Denn es vereint zentrales Sammlungsmanagement, höchste Sicherheitsvorkehrungen, optimale Lagerung der Exponate und modernste Arbeitsbedingungen zur Erforschung der Tiroler Vergangenheit unter einem Dach.

Von kleinen Nachtfaltern über seltene Musikinstrumente bis hin zu wertvollen Gemälden – das Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen ist eine wahre Schatzkammer. So finden neben sechs Sammlungen des Vereins Ferdinandeum, des Tiroler Volkskunstmuseums, des Kaiserjägermuseums und des Landes Tirol auch Werkstätten, Labors und Arbeitsplätze für 40 Mitarbeitern Platz.

Die 1232 erstmals urkundlich erwähnte Stadt Hall ist reich an Geschichte und als bedeutende Stätte der Salzgewinnung und insbesondere als Münzstadt, in der erstmals durch die Erfindung der Walzenprägung das Silbergeld in maschineller Form erzeugt worden ist, ein würdiger Ort für das Gedächtnis Tirols. (Dr. Heinz Wieser)

Freundeskreis bei „Frischluft? Freiheit! Fahrrad“! - Ausstellung im Zeughaus in Innsbruck

Die Ausstellung „Frischlift? Freiheit! Fahrrad!“, die bis 6. Jänner des kommenden Jahres im Zeughaus in Innsbruck geöffnet ist, findet in Zusammenhang mit der Fahrrad-Weltmeisterschaft in Tirol statt. Deshalb ist sie auch in der Zeit während der UCI Strassenrad WM in der Zeit vom 22. bis 30. September bei freiem Eintritt zu sehen.

Obmann Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner besuchte mit Mitgliedern des Freundeskreises am 7. Juni diese interessante Ausstellung, durch die Kustodin des Zeughauses, Dr. Claudia Sporer-Heis, führte.

Die Faszination dieser Fortbewegungsmöglichkeit ist geradezu unbeschreiblich. Man kann es  fast nicht glauben, aber selbst weite Strecken wie etwa von Innsbruck nach Venedig und retour wurden bereits rund um 1900 mit dem Fahrrad zurückgelegt. Diese Ausstellung, die sich mit technik- und kulturgeschichtlichen Aspekten sowie mit verkehrs- und sozialpolitischen Fragestellungen zum Radfahren in der Gegenwart, befasst, führt den Betrachter zum Teil in die Vergangenheit und macht diese Schau ganz besonders spannend.

Die individuelle, unkomplizierte, rasche und ökologische Fortbewegung auf kurzen Strecken erfolgt heute mehr denn je mit dem Fahrrad. Dieses dient aber nicht nur als Verkehrs-, sondern auch als Transportmittel und als Freizeit- und Sportgerät. Seinen Ursprung hat das Fahrrad im sogenannten Laufrad, der Draisine. Dafür erhält der Erfinder Karl von Drais vor 200 Jahren im Großherzogtum Baden ein Privileg und sie avanciert in der Folge zum ersten Individualverkehrsmittel für alle. Weitere Entwicklungsstufen zum Fahrrad sind ab Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst das Veloziped und Hochrad mit Tretkurbeln am Vorderrad und später das kettenbetriebene Sicherheitsniederrad (1885/86), wie wir es im Prinzip heute noch verwenden. Sind es anfangs ausschließlich gut betuchte Bürger und Adelige, die das Radfahren als Hobby ausüben, so kann man sich bereits um die Jahrhundertwende auch in Tirol mit geringerem Einkommen ein Fahrrad leisten. Für Frauen ist das Radfahren anfangs aufgrund der allgemeinen Bekleidungsvorschriften, aber auch wegen moralischer und gesundheitlicher Bedenken, nicht opportun. Um 1900 wird das Fahrrad auch als Gefährt zur Bewegung in der frischen Luft oder als Sportgerät verwendet. Mit der Zeit unternimmt man gerne auf den immer besser ausgebauten Straßen Fahrradtouren. Diese werden bald als eigenes Angebot des Tourismus entsprechend beworben.

Im Zusammenhang mit der in den 1980er Jahren aufkommenden Umweltbewegung, verbunden mit Fitnessbewusstsein sowie der Entwicklung des Elektrofahrrades, können wir heute – ebenso wie um 1900 – von einem Fahrradboom sprechen. (Dr. Heinz Wieser)

Eine „feurige Ausstellung“ im Tiroler Volkskunstmuseum

Bis zum 4. November ist im Tiroler Volkskunstmuseum täglich von 9 bis 17 Uhr die Ausstellung „Feuer“ zu sehen, die in eindrucksvoller und bezaubernder Weise dem Thema „Feuer“ nachgegangenen ist. Wie so manches im Leben ist auch bei dieser Thematik, die die Menschheit quer durch Geschichte begleitet, eine Vielschichtigkeit der Betrachtung festzustellen. So erinnert die Ausstellung an die Lebensnotwendigkeit des Feuers genauso wie an die negativen Seiten. Die religiösen Aspekte sind nicht zu übersehen, wenn man an die liturgische Bedeutung der Kerzen oder gar an die Armen Seelen im Fegefeuer denkt. Dazu kommen die Herz-Jesu-und Sonnwendfeuer, die Feuerweihe am Karsamstag oder auch die Osterkerze, die Taufkerze und das Ewige Licht. Aber auch im übertragenen Sinn treffen wir immer wieder auf das Feuer und seine Auswirkungen. Mit den Worten „Mit brennender Sorge“ benennt Papst Pius XI. seine Enzyklika aus dem Jahre 1937, in der er die Politik und Ideologie des Nationalsozialismus verurteilt. Aber auch Herzen können brennen, was auch Verliebte immer wieder bezeugen!

So war es auch kein Wunder, dass schon bei der am 17. Mai  eröffneten Ausstellung die Begeisterung der Betrachter für diese Schau spürbar war. Der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Dr. Karl C. Berger begrüßte die Gäste und stellte die Ausstellung vor. Anna Engl, MA, Kuratorin der Ausstellung, widmete sich dem Begleitband und Dipl. Ing. Dr. Franz Fischler hat – nachdem er umfassend die Kulturgeschichte des Feuers und dessen umfassenden Nutzen und Bedeutung referiert hat, die Ausstellung eröffnet. Acht Themenbereiche fügen sich in der Sonderausstellung im zweiten Obergeschoß des Museums in Form eines Rundgangs aneinander.

Von der Erkenntnis ausgehend, dass Vorbeugung besser ist als die beste Brandbekämpfung, wurden schon früh Verordnungen verlautbart, die leider nicht immer eingehalten wurden. Als die ältesten dieser Art in Tirol gelten die Brandordnungen, die 1339 unter Margarethe Maultasch vorgeschrieben wurden. Aber auch im Landlibell von Kaiser Maximilian sind Nachbarschaftshilfe, Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz als Verpflichtung des freien Tiroler verankert. Bereits im Spätmittelalter wurde der Heilige Florian zum Patron gegen Brandgefahren. Eine ganz besondere Rarität der Ausstellung ist ein Feuersegen aus der Zeit um 1600: Feuer kann also ganze Existenzen vernichten und führt oftmals zu einer verzweifelten Hinwendung zu einer göttlichen Macht. Die in der Ausstellung präsentierten Votivbilder zeigen Brandkatastrophen und zeugen vom Dank für die überstandene Gefahr. Zur Ausstellung ist die Begleitpublikation „Feuer“, die um Euro 24,90 erhältlich ist, erschienen. (Dr. Heinz Wieser)

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