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Volkskunstmuseums-Freunde besuchten Rudi Wach in Mailand

40 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums besuchten am 3. Mai mit ihrem Obmann, Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner, den aus Hall i.T. stammenden international anerkannten Maler und Bildhauer Rudi Wach in dessen Atelier in Mailand.

 Dort lebt und arbeitet der berühmte Künstler seit Jahrzehnten, der zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen bildenden Kunst Österreichs gehört. Seine Werke sind meistens Zeichnungen oder Bronzeskulpturen.

Zu den tief beeindruckten Gästen aus Tirol sagte Rudi Wach,  der in seinen Zeichnungen und Skulpturen mehr als nur die Kunst sieht: „Ich sehe meine Arbeit eigentlich als eine Möglichkeit, die menschliche Seele zu erweitern, das Bewusstsein zu vergrößern und damit die Seele zu veredeln. Das ist auch meine ganz große Sehnsucht“.

Zu den weiteren Stationen dieser Exkursion des Freundeskreises zählten ein Besuch von Leonardo da Vincis  Abendmahl, eine Fahrt zu den berühmten Steinbrüchen von Carrara und die Besichtigung der norditalienischen Stadt Piacenza. (Dr. Heinz Wieser)

Bischöflicher Besuch im Tiroler Volkskunstmuseum

Auf Einladung von Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, und Otmar Kronsteiner Obmann des Freundeskreises, kam Bischof Hermann Glettler zu seinem Antrittsbesuch in diese bewährte Tiroler Institution, die der Wahrung und Vermittlung der Kultur in Tirol dient.

In einem von freundschaftlicher Atmosphäre geprägten Gespräch in Anwesenheit mehrerer Mitglieder des Freundeskreises, präsentierte Karl Berger dem Gast das Tiroler Volkskunstmuseum mit seinen umfangreichen Sammlungen aus dem historischen Tirol als eine kunsthistorische Besonderheit. Bischof Glettler würdigte die Bedeutung der  Volksfrömmigkeit, die bei vielen Objekten zum Ausdruck kommt.

Bei einem Rundgang durch das Museum gewann Bischof Glettler einen Eindruck von der Bedeutung dieser umfangreichen Studiensammlung und zeigte sich vor allem von Schaustücken aus dem historischen Alltagsleben, den getäfelten Stuben und der Krippenausstellung begeistert. (Dr. Heinz Wieser)

Herlinde Menardi erhielt das "Ehrenzeichen des Landes Tirol"

Die ehemalige Leiterin des Tiroler Volkskunstmuseums, Dr. Herlinde Menardi erhielt am 20. Februar nach der in der Hofkirche abgehaltenen traditionellen Gedenkfeier für Andreas Hofer und die gefallenen Landessöhne gemeinsam mit elf weiteren verdienten Tiroler Persönlichkeiten im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg aus der Hand von Landeshauptmann Günther Platter das "Ehrenzeichen des Landes Tirol". Damit wurde ihr herausragendes Wirken als Museumsexpertin geehrt.

Herlinde Menardi war 35 Jahre im Volkskunstmuseum tätig, davon zehn Jahre als Leiterin. In ihre Dienstzeit fällt die gelungene Neuaufstellung des Museums im Jahr 2009. Die von ihr gestalteten Sonderausstellungen zeichneten sich durch eine Themenöffnung über die klassische Volkskunde hinaus aus.

Herlinde Menardi wirkte bei mehreren Landesausstellungen maßgeblich mit und ist eine vielgefragte Spezialistin in unterschiedlichsten Bereichen der Kultur. Vor allem ist sie aber als Museumsexpertin gefragt. Als solche war bzw. ist sie Vorstandsmitglied oder wissenschaftliche Beirätin in zahlreichen Museen in Nord- und Südtirol sowie dem Trentino, etwa im Tiroler Bauernhöfe Kramsach, Turmmuseum Oetz, im Südtiroler Volkskundemuseum in Dietenheim, im Stadtmuseum Bozen oder im Museo degli Usi e Costumi della Gente Trentina in San Michele.

Hier zeigt sich Herlinde Menardis engste Verbundenheit mit Tirol in seiner Gesamtheit. sondern auch ihr dichtes Netzwerk. Über die staatlichen Grenzen und sprachlichen Unterschiede hinweg, hat sie das Gebiet des historischen Tirol erforscht und so stets an der Idee der Europaregion mitgearbeitet. Diese Überzeugung floss auch in ihre wissenschaftliche Publikationstätigkeit ein, so Veröffentlichungen zur Trachtengeschichte, zur religiösen Volkskunde und Volkskunst, zur historischen Wohnkultur, zum Kunsthandwerk und zur

Der Blick auf das Zusammengehörige über Staatsgrenzen hinweg war auch durch ihre familiäre Herkunft bestimmt: Die Mutter war Buneckerin, die Familie kommt ursprünglich aus dem ladinischen Ampezzo. Mit den ladinischen Tälern in den Dolomiten hat sie bis heute eine sehr enge Beziehung. Herlinde Menardi hatte nach der Matura im väterlichen Fuhrunternehmen in Innsbruck gearbeitet. 1967 legte sie als einzige Frau in Tirol die Prüfung für den LKW-Führerschein ab, 1973 begann sie berufsbegleitend das Studium der Volkskunde und der Geschichte. Bereits fünf Jahre später erfolgte ihre Promotion. 1980 begann Herlinde Menardi im Tiroler Volkskunstmuseum zu arbeiten und blieb dort bis zum Jahr 2014 Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass in Absprache mit dem Land Tirol  das Archiv der von Prof. Dr. Wolfgang Pfaundler geleiteten Kulturzeitschrift „Fenster“ 2017 an das Brenner-Archiv der Universität Innsbruck übergeben wurde.

Vorankündigung

Die nächsten Veranstaltungen sind:

NÄCHSTENLIEBE IM KRIEG. MILITÄRISCHE SANITÄTSVERSORGUNG BIS 1918 (23.2.2018-20.1.2019) und FÜHRUNG HINTER DIE KULISSEN DES RUNDGEMÄLDES
Christine Gamper, Das Tirol Panorama
DO, 15.3.2018, 16:00 – 17:30 Uhr

CRANACH NATÜRLICH. HIERONYMUS IN DER WILDNIS (2.3.-7.10.2018)
Helena Pereña, Ferdinandeum
DO, 12.4.2018, 14 Uhr

FRISCHLUFT? FREIHEIT! FAHRRAD! (4.5.2018-6.1.2019)
Claudia Sporer-Heis, Museum im Zeughaus
DO, 7. Juni 2018, 17 Uhr

GITTI SCHNEIDER. DASS DER HIMMEL ÜBER MIR SICH KLÄRE (20.7.-7.10.2018)
Gitti Schneider, Tiroler Volkskunstmuseum, Kreuzgang
DO, 2. August 2018, 16 Uhr

STEREO-TYPEN. GEGEN EINE MUSIKALISCHE MONO-KULTUR (27.4.-28.10.2018)
Franz Gratl, Ferdinandeum
DO, 13. September 2018, 15 Uhr

FEUER (18.5.-4.11.2018)
Karl C. Berger und Anna Horner, Tiroler Volkskunstmuseum
DO, 18. Oktober 2018, 17:30 Uhr
im Anschluss um 19 Uhr: Jahreshauptversammlung

KUNST 1938-1945 + HARALD PICKERT. BILDER AUS DACHAU (14.12.-7.4.2019)
Günther Dankl, Ferdinandeum
erst 2019!

Buchpräsentation: James R. Dow - Angewandte Volkstumsideologie

5. FEBRUAR, 19 Uhr

Im Jahr 1939 wurde die überwiegend deutschsprachige Bevölkerung Südtirols vor die Wahl gestellt, entweder in Hitlers Deutsches Reich auszuwandern oder in Mussolinis faschistischem Italien zu verbleiben. Viele wählten die „Option“ für Deutschland, ehe das Projekt „Umsiedlung Südtirol“ 1943 infolge der Kriegsereignisse zusammenbrach. In der überwiegend von Deutschsprachigen bewohnten Gottschee im heutigen Slowenien erfolgte ein ähnliches Umsiedlungsreferendum im Jahr 1941. Verantwortlich für die Umsiedlung sogenannter „Volksdeutscher“ war Heinrich Himmler als „Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums“. Ihm war auch die als nationalsozialistische Wissenschaftsorganisation etablierte Forschungs- und Lehrgemeinschaft das „Ahnenerbe“ der SS unterstellt, deren Aufgabe laut Satzung darin bestand, „Raum, Geist und Tat des nordischen Indogermanentums zu erforschen“ und „die Forschungsergebnisse lebendig zu gestalten und dem deutschen Volke zu vermitteln“. Im Sinne dieses Mandats formierte das Ahnenerbe in Südtirol und der Gottschee sogenannte „Kulturkommissionen“, die, untergliedert in volkskundliche und sprachwissenschaftliche Arbeitsgruppen, bis 1943 umfangreiche Dokumentationen und Auswertungen angeblich „nordisch-germanischer Kultur“ in den Umsiedlungsgebieten vornahmen.

James R. Dow liefert durch die vorliegende Monografie nicht nur eine erste zusammenfassende Darstellung und Evaluierung der Forschungsaktivitäten der Ahnenerbe-Kulturkommissionen anhand zahlreicher Fallbeispiele und Forscherbiografien, sondern zeigt auch eindringlich die auf sie einwirkenden „Schatten“ einer pseudo- und populärwissenschaftlichen „Junk Science“ auf, die ein buntes Spektrum von Hanns Hörbigers wirrer „Welteislehre“ bis hin zu Hans F. K. Günthers NS-„Rassenlehre“ umspannte. Primär ging es den Ahnenerbe-Kulturkommissionen darum, in Südtirol und der Gottschee Reste eines „nordisch-germanischen Ahnenerbes“ zu entdecken und die Forschungsergebnisse den Konzepten nationalsozialistischer „Volkstumspflege“ einzupassen.

Der Autor:

James R. Dow ist Professor Emeritus für Deutsche Volkskunde und Sprachwissenschaft an der Iowa State University in Ames. Seine sprachwissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf deutsche Minderheitensprachen in Amerika (Amanadeutsch, Amisch und Pennsylvania Dutch) und in Europa (Zimbrisch). Außerdem war er zehn Jahre lang Herausgeber der Internationalen Volkskundlichen Bibliografie.

Buchpräsentation in Zusammenarbeit mit dem "Institut für Volkskultur und Kulturentwicklung" (ivk)

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