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Exkursion zum Gardasee

Es war eine sehr beeindruckende Exkursion zum Gardasee, die die 40 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums am 23. und 24.April gleich durch mehrere Kulturepochen führte. Ziel war Riva am Gardasee, zu Zeiten der Monarchie Sitz des südlichsten  Bezirkshauptmannes von Tirol. 

Bei dieser Fahrt ist es Obmann Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner gelungen, mit Marlies Schute, einer bewährten  Kunst-, Kultur und Geschichtsexpertin vergangenes und gegenwärtiges Leben den interessierten Zuhörern näher zu bringen.

Der Bogen spannte sich vom  sehenswerten mittelalterlichen Dorf Canale weit oberhalb von Riva und der prähistorischen Pfahlbausiedlung am Ledrosee über  die Erwähnung  der Bedeutung der Adelsfamilie Madruzzo, die in der frühen Neuzeit vier Fürstbischöfe von Trient stellte und damit lange Zeit die Herrschaft über das Trentino innehatte, bis zum Barabara-Freskenzyklus  aus der Brixner Werkstatt (15.Jahrhundert) in der Pfarrkirche zum hl. Martin in Gufidaun.  (Dr. Heinz Wieser)

Foto:Perfektes Führungs- und Leitungsduo dieser hochinteressanten Exkursion: Marlies Schute (l) und Obmann Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner (r) mit Mitgliedern des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums, Foto: Dr. Heinz Wieser

"Alles fremd – Alles Tirol"

Im Tiroler Volkskunstmuseum ist bis 6.November  täglich jeweils in der Zeit von 9 bis 17 Uhr die Ausstellung "Alles Fremd- Alles Tirol" zu sehen.

Am 21. April wurde nach Begrüßungsworten von Freundeskreisobmann Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner, Erklärungen von Volkskunstmuseums-Leiter Karl C. Berger und dessen wissenschaftlicher Mitarbeiterin, Anna Horner, diese interessante und aktuelle Schau von Kulturlandesrätin Dr. Beate Palfrader eröffnet.

Es klingt vielleicht sonderbar, aber das sogenannte "Fremde" hat es in Tiroler immer schon gegeben. Immer wieder kamen und gingen  Völker durch unser Land oder wurden sesshaft. Durch Jahrhunderte siedelten sich vor allem in Innsbruck italienische Familien an. Aus allen Teilen der Monarchie kamen viele Menschen zu uns, die dann Tiroler wurden. Und was es dann immer wieder gegeben hat, waren die sogenannten "Zuagroasten", die wir vor allem seit dem 2.Weltkrieg kennen. Der Kontakt mit anderen Ländern beeinflusst und verändert Menschen und ihre Kultur. Wissen und Techniken werden übernommen, Produkte importiert oder nachgeahmt. Kulturkontakte lassen aber auch Stereotype entstehen - Fremdbilder über die "Anderen". Die Ausstellung thematisiert diese selten angesprochenen Aspekte der Kulturgeschichte und rückt manch bekanntes Objekt dadurch in ein neues Licht.

Tirol bildet als Transitland auch heute noch eine kulturelle Brücke zwischen verschiedenen Nationen. Zwischen den wirtschaftlichen Zentren Süddeutschlands, Norditaliens sowie dem Bodensee‐ und Donauraum gelegen, wurde und wird Tirol durch den Kontakt zu anderen Sprachen und Kulturen geprägt. Die Einflüsse aus den Nachbarländern sind im Tiroler Alltag nicht zu übersehen. Besonders an Textilien lässt sich ablesen, wie der Kulturtransfer Handwerk beeinflussen kann. Der Blaudruck, der auf vielen Trachtenstoffen zum Einsatz kommt, stammt ursprünglich aus dem fernen Indien. Färbetechnik, Farbstoff sowie Muster des indischen Blaudrucks gelangten Mitte des 16. Jahrhunderts nach Holland und England und auch nach Tirol. Aber auch andere Bestandteile der Tiroler Tracht wurden durch die Aneignung von fremden Praktiken entwickelt. Die Klöppelspitze stammt ursprünglich aus Italien, das Muster des zur Tracht getragenen „türkischen Tuches“ ahmt jenes der teuren Schals aus Kaschmir nach.. Akribisch ordnet die berühmte Völkertafel aus dem 18. Jahrhundert den "in Europa befindlichen Völkern" tabellarisch bestimmte Eigenschaften zu. Sie macht deutlich, dass Stereotype und Vorurteile langlebige Grundlage von Nationalismus und Rassismus sind. Die Ausstellung verdeutlicht, dass auch solche Aspekte Teil der Geschichte Tirols sind. Sie berichtet von Interkulturalität, Auswirkungen von Kulturkontakten und Wahrnehmung des Fremden. Die Ausstellung ist erstes Ergebnis einer intensiven Beschäftigung mit der Migrationsgeschichte Tirols in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Migranten Tirol (ZeMiT), der Universität Innsbruck, dem Tiroler Bildungsforum, dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck. Dieser vernachlässigte Aspekt der Kulturgeschichte soll und muss sichtbar gemacht werden. Wie viel "Fremdes" macht eigentlich die Kultur Tirols aus?

Zur Ausstellung erschien eine 176 Seiten umfassende und um 24,90 Euro erhältliche  Begleitpublikation "Alles fremd ­ alles Tirol". (Dr. Heinz Wieser)

Foto: So genannter Brunnentürke, Reischach bei Bruneck, 2. Hälfte 18.Jahrhundert, Tiroler Volkskunstmuseum, (c) Dr. Heinz Wieser

HINWEIS: Am MITTWOCH, 5. MAI, führen Karl C. Berger und Anna Horner durch die Ausstellung "Alles fremd - alles Tirol". Beginn: 17 Uhr

Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer empfing neu gewählten Vorstand des „Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums“

Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer empfing am 8. Jänner den am 4.Dezember des Vorjahres neugewählten Vorstand des „Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums“ mit Obmann Hofrat Dipl.Ing.Otmar Kronsteiner an der Spitze. In einem von freundschaftlicher Atmosphäre gekennzeichneten Gespräch würdigte die Bürgermeisterin  die Bedeutung des Freundeskreises, der mit viel Engagement, Idealismus, Umsicht und Einsatzbereitschaft  die größte volkskundliche Sammlung im deutschsprachigen Raum fördert. „Dieses Museum, das nicht nur im kulturellen Leben der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck einen besonderen Akzent darstellt, sondern auch die einheimische Bevölkerung wie auch unsere Gäste anspricht, trägt wesentlich zur Wahrung und Vermittlung der Volkskultur und damit auch zur Tiroler Identität bei“, sagte Bgm. Mag. Oppitz Plörer wörtlich, die durch diese besondere kulturelle Stätte auch gerne offizielle Delegationen und private Kreise führt.

Obmann Hofrat Dipl.Ing. Kronsteiner  präsentierte sodann der Bürgermeisterin die Mitglieder des Vereines, der im Jahre 1990 mit dem Ziel der finanziellen und ideellen Unterstützung des Volkskunstmuseums gegründet worden ist. Mit dem Vereinsobmann und dessen Stellvertretern, Hofrätin Dr. Herta Arnold und Dr. Roland Pollo, haben am Empfang des Stadtoberhauptes der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Mag. Karl C. Berger und der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Hofrat Dr. Heinz Wieser teilgenommen.. Nach einem kurzen Überblick über die Veranstaltungen des vergangenen Jahres skizzierte Obmann Kronsteiner das für heuer vorgesehene Vereinsprogramm. (Dr. Heinz Wieser)

Termine: Jänner - März 2016

Wir erlauben uns, Sie auf die nächsten Programmpunkte hinzuweisen:

  • Sonntag, 17. Jänner 2016: Krippenschauen in Oberperfuß (Obmann Christian Spiegel), Treffpunkt 13.30 Uhr am Kirchplatz
  • Mittwoch, 20. Jänner: Führung durch die Ausstellung „Im Lichte der Öffentlichkeit“ (mit Günther Dankl), Treffpunkt: 16 Uhr im Ferdinandeum
  • Mittwoch, 9. März: Führung durch die Ausstellung von Sabine Groschup (mit Günther Dankl), Treffpunkt: 16 Uhr im Ferdinandeum

Wir bitten um Anmeldung: 0512-59489-510 oder h.kapferer@tiroler-landesmuseen.at

Geschenke und Präsente als Dokumente unserer Kulturgeschichte. Ausstellung "Geschenke und Präsente" im Tiroler Volkskunstmuseum bis 21. Februar 2016 zu sehen

In einem stimmungsvollen Rahmen wurde am 10. Dezember im Tiroler Volkskunstmuseum die Ausstellung "Geschenke und Präsente"  vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Tiroler Landesmuseen, Dipl. Ing. Dr. Franz Fischler, eröffnet. Nach der Begrüßung durch den Direktor der Tiroler Landesmuseen, PD Dr. Wolfgang Meighörner, erörterten die sehr eindrucksvolle und mit Herz gestaltete Schau die Kuratoren dieser Ausstellung, der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseum, Mag. Karl Berger, sowie Anna Horner und Katharina Niedermüller. Interessant ist die diese Ausstellung begleitende 136 Seiten umfassende und um 7,50 Euro erhältliche Publikation  "Geschenke und Präsente".

Die Ausstellung "Geschenke und Präsente" vereint Trachten, Kleidungsstücke, Glücksbringer, Spielzeug und Möbel sowie religiöse Bilder und Werkzeug. Mit dieser Ausstellung soll den vielen Privatpersonen gedankt werden, die die unterschiedlichen Objekte dem Museum als Geschenke überlassen haben.

Die Sammlung des Tiroler Volkskunstmuseum konnte in den letzten 15 Jahren vor allem durch Schenkungen erweitert werden. Diese über 1.500 Geschenke sind so Teil der Tiroler Kulturgeschichte geworden. Die Geschichten hinter den Gegenständen sind bemerkenswert: Sie berichten von althergebrachten Handwerkstechniken und Erinnerungstraditionen, zeugen von freudigen Anlässen oder Notzeiten und sind Indiz für mühevolle Arbeit, familiäre Bindungen und Migration ihrer Vorbesitzer. Die Ausstellung zeigt erstmals eine Auswahl dieser vielfältigen Neuerwerbungen. Sie vereint Kleidungsstücke, Spielsachen und Möbel ebenso wie religiöse Bildwerke und Arbeitsgeräte. Zugleich gewährt sie Einblick in die Arbeit in einem Museum, zu der die Dokumentation, Inventarisierung, Konservierung, Restaurierung und die systematische Einordnung im Depot gehören. Zu den wertvollsten Exponaten gehört ein Fahnenbild  von Josef Schöpf aus dem Jahre 1802, ein historischer Bandwebstuhl oder auch ein Spielaltar aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert. Auch Krippenfiguren sind zu sehen. Mit dieser Präsentation von Geschenken soll den über 250 Privatpersonen gedankt werden, die das Museum mit ihren Schenkungen unterstützt haben. Dr. Heinz Wieser

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