Archiv
Seiten: 1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23 

Jahresausklang und Vollversammlung 2015

Liebe Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums,
wie schon im letzten Jahr wollen wir das Jahr durch einen Wortgottesdienst ausklingen lassen. Wir möchten Sie deshalb am

Mittwoch, 25. November 2015 um 18.00 Uhr herzlich zum WORTGOTTESDIENST in der HOFKIRCHE und anschließendem JAHRESAUSKLANG im VOLKSKUNSTMUSEUM

einladen.

Wir feiern gemeinsam mit Pater Guido den Wortgottesdienst und Reinhard Jaud wird ihn an der Ebertorgel begleiten. Die Bronzestatuen werden mit Kerzenlicht erhellt. Diese Atmosphäre soll uns in die vorweihnachtliche Zeit einstimmen.

Bei einem Glas Wein, Zelten und Speck wollen wir das Vereinsjahr 2015, das uns besonders wertvolle Begegnungen, anregende Gespräche und interessante Einblicke in die Kultur Tirols gebracht hat, im Tiroler Volkskunstmuseum harmonisch ausklingen lassen.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir, die Teilnahme verlässlich unter Tel. 0512-59489-510 oder @mail h.kapferer@tlmf.at anzumelden. Für die Unkosten wird um eine freiwillige Spende gebeten.

Gerne weisen wir auch noch darauf hin, dass am

Freitag, 4. Dezember 2015 um 18 Uhr eine Führung durch die Ausstellung „Was Hänschen nicht lernt ...“ (Führung durch Fr. Dr. Claudia Sporer-Heis) stattfindet.

Anschließend laden wir zur Jahreshauptversammlung (19 Uhr) mit der Neuwahl des Vorstandes im Zeughaus ein.

Symposion anlässlich der Ausstellung „Mehr als Worte. Zeichen. Symbole. Sinnbilder."

Anlässlich der Ausstellung „Mehr als Worte. Zeichen. Symbole. Sinnbilder" organisiert der Freundeskreis für Donnerstag, 15.10.2015, Symposion  mit vier Referaten.
Ort: Seminarraum der Tiroler Versicherung, W. Greil-Straße, Innsbruck
Das Symposion wird in Zusammenarbeit mit der Tiroler Landesversicherung und den Tiroler Landesmuseen veranstaltet. Der Eintritt ist frei.

Wir freuen auf zahlreichen Besuch.

Programm (pdf)

14.00     Begrüßung
Mag. Franz Mair, Vorstand Tiroler Versicherung
Dir. Dr. Wolfgang Meighörner, Tiroler Landesmuseen
HR D.I. Otmar Kronsteiner, Obmann Freundeskreis Tiroler Volkskunstmuseum

Moderation: Karl C. Berger

Dir. Dr. Leo Andergassen, Schloss Tirol
Fanum – Profanum. Zur Bildsprache des Heiligen in der mittelalterlichen Heiligenlegende

Gerade in den zahlreichen Legenden- und Vitendarstellungen trifft man bildhaft auf den Unterschied zwischen dem Heidnischen und dem Christlichen, beide einander konträren Pole prallen drastisch aufeinander. Im Muster der Erzählung gibt es Konstanten, die wiederkehren, die auch wie Chiffren gelesen werden wollen. So gehört das Überwinden der Marter zum Bild des Voraussiegs, als Beweis für das Einschreiten Gottes. Der Dualismus von Gut und Böse, der keine Grauzone kennt, durchzieht die Vitenfolge. Die Ablehnung des Götzenkultes ist erzähltechnisch an den Beginn der Argumentation gestellt. Der Vortrag erschließt anhand von Bildbeispielen aus dem lokalen Raum das propagandistische Legendendenken und lenkt dabei vor allem den Blick auf eine verschüttete Bildsprache.

Dir. Dr. Christoph Kürzeder, Diözesanmuseum Freising
Heilige Dinge – Bedeutsame Zeichen. Katholische Sakramentalien für alle Lebenslagen.

Die Wechselwirkung zwischen gelehrter Theologie und gelebter Frömmigkeit wird nirgends deutlicher als in der religiösen Sachkultur des katholischen Alpenraums vom 17. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Geist der Gegenreformation und unterstützt von geistlichen Orden wurden die Gläubigen mit einem Kosmos von geweihten Dingen versorgt, die Schutz und Segen in allen Bereichen des Lebens garantieren sollten. Das daraus entwickelte ausgefeilte Zeichensystem ist in Objekten wie dem Wettersegen, Breverl und verschiedenen Amuletten zwar optisch präsent, jedoch  heute schwer verständlich. Seit der Aufklärung werden diese Phänomene deshalb immer wieder in den Bereich des Aberglaubens und der Magie verbannt. Doch das in ihnen zum Ausdruck kommende Grundanliegen, Objekte der Selbstvergewisserung zu sein, die das menschliche Leben in den Kontext von Heil und Transzendenz rücken, bleibt eine anthropologische Konstante.

Anschl. Pause

Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Walde, Innsbruck
Die Pracht der Macht. Antike Machtsymbole und wir.

Mit dem Umsturz von der Jahrhundertealten Republik zur Monarchie wurde es unter Kaiser Augustus notwendig, die neu errungene Alleinherrschaft auch durch Symbole, Bilder, Zeichen und Mythen zu stärken und zu propagieren. Nicht nur die Person des Kaisers und das Erscheinungsbild der höchsten Beamten trugen die edlen römischen Grundeigenschaften (tugendhafter Mut, Milde und religiöse Pflichterfüllung) symbolisch in die Öffentlichkeit. Nur ein paar Beispiele: sie traten auf als Straßenbauer, beim Darbringen öffentlicher Opfer, als unbesiegbare Feldherren, mild gegen die besiegten Feinde etc. Das Goldene Zeitalter in jeder Hinsicht zu feiern war die grundlegende Forderung der politischen Propaganda. Vieles ähnelt mutatis mutandis dem heutigen Auftreten unserer eigenen Politiker und regt wohl an, darüber nachzudenken.

HR Dr. Herta Arnold, Innsbruck
Perlmuschel & Paradiesvogel. Zur Emblematik in der Tiroler Kunst

Meist unbeachtet bleiben kleine Freskomedaillons mit lateinischen und deutschen Inschriften, die vielfach große barocke Deckenbilder in unseren Kirchen begleiten und sie weiter ausdeuten. Freilich erschließt sich dieser Malerei und Dichtkunst verbindende Rätselsport, der seit der Renaissance in ganz Europa große Mode war, uns Heutigen nicht mehr so ohne weiteres. Die Quellen reichen teils bis in die Antike zurück, naturwissenschaftliche Irrtümer können zur reizvollen Illustration von Mariensymbolen werden und als solche witziger weise auch noch die Aufklärung überleben. Die verschlungenen Pfade der Emblematik laden zu Entdeckungsreisen!

Programmvorschau: Oktober - Dezember 2015

Liebe Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums,
wir erlauben uns, Ihnen die nächsten Veranstaltungen bzw. Führungen unseres Vereins in Erinnerung zu rufen. Über eine rege Teilnahme würden wir uns sehr freuen und bitten um Anmeldung unter 59489-510 (Montag bis Freitag, 8 - 16 Uhr oder per Mail an: h.kapferer@tiroler-landesmuseen.at).
 

OKTOBER
Donnerstag, 8. Oktober, 17.30 Uhr
Konzert an der Ebertorgel, Albrecht Koch (Freiberg/Sachsen)
Freier Eintritt für Mitglieder des Freundeskreis (für Nicht-Mitglieder: € 7,--)
Keine Anmeldung erforderlich

Donnerstag, 15. Oktober 2015, 14 Uhr
Symposion: Zeichen-Symbole-Sinnbilder
Seminarraum der Tiroler Landesversicherung
Wilhelm-Greil-Straße 10, 6020 Innsbruck

mit Vorträgen von Leo Andergassen (Schloss Tirol), Christoph Kürzeder (Diözesanmuseum Freising), Herta Arnold (Innsbruck) und Elisabeth Walde (Innsbruck);
 

NOVEMBER
4. November 2015, 16 Uhr
Ausstellung „Clemens Fürtler“
Führung durch Dr. Günther Dankl
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
Mittwoch, 25. November 2015, 18 Uhr
Wortgottesdienst zum Jahresabschluss
Hofkirche
 

DEZEMBER
Freitag, 4. Dezember 2015, 18 Uhr
Ausstellung „Was Hänschen nicht lernt…“
Führung durch Dr. Claudia Sporer-Heis
Museum im Zeughaus

anschließend (19 Uhr): Jahreshauptversammlung
danach gemütliches Beisammensein

Donnerstag, 10. Dezember 2015, 18 Uhr
Ausstellungseröffnung „Geschenke und Präsente“
Tiroler Volkskunstmuseum
 

Mittwoch, 16. Dezember 2015, 17 Uhr
Ausstellung „Geschenke und Präsente“
(Führung durch Karl C. Berger, Anna Horner und Katharina Niedermüller)
Tiroler Volkskunstmuseum

25 Jahre Freundeskreis des Tiroler Volkskunstmuseums: Sommernachtsfest in den Arkaden des Tiroler Volkskunstmuseums

Der Freundeskreis des Tiroler Volkskunstmuseums feiert am 20.Juni 2015 um 19.00 Uhr mit einem Sommernachtsfest in den Arkaden des Tiroler Volkskunstmuseums das 25-jährige Bestehen. Nach der Begrüßung durch Obmann Hofrat Dipl.Ing. Otmar Kronsteiner folgen Grußworte von Karl C. Berger, dem Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, und vom Geschäftsführer der Tiroler Landesmuseen, Direktor Dr. Wolfgang Meighörner. Einen Rückblick über die vergangenen 25 Jahre gibt Ehrenobmann Dipl.Ing. Dr. Franz Fischler.

Der Freundeskreis wurde im Jahre 1990 mit dem Ziel gegründet, das Volkskunstmuseum finanziell und ideell zu unterstützen. Die Gründungsversammlung fand damals  am 9.März statt. Mit viel Engagement, Idealismus, Umsicht und Einsatzbereitschaft ist es gelungen, die größte volkskundliche Sammlung im deutschsprachigen Raum zu fördern. Dieses Juwel der Tiroler Museumslandschaft, das nicht nur die einheimische Bevölkerung und ausländische Gäste, sondern vor allem unsere Jugend ansprechen soll, trägt wesentlich zur Wahrung und Vermittlung der Volkskultur und damit auch zur Tiroler Identität  in einem völlig neuem Gewand bei. Nach einem schwierig abgerungenen Spagat zwischen Inszenierung, Szenographie und Wissenschaftlichkeit präsentiert sich nun ein modernes, abwechslungsreiches und spannendes Museum, von dem die Besucher begeistert sind. (Dr. Heinz Wieser)

Ausstellung "Front-Heimat. Tirol im 1.Weltkrieg" im Tiroler Landesmuseum

Rund 50 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obmann Hofrat Dipl.Ing. Otmar Kronsteiner an der Spitze und des "Forums Land" trafen sich am 27.Mai im Tiroler Landesmuseum zur Besichtigung der bis 1.November geöffneten Ausstellung "Front-Heimat. Tirol im 1.Weltkrieg". Zur Ausstellung erschien auch der 207 Seiten umfassende Begleitband "Front-Heimat-Tirol im Ersten Weltkrieg.

 Die Kustodin des Museums im Zeughaus, Dr. Claudia Sporer-Heis, begrüßte zu Beginn der Führung die Teilnehmer und hob hervor, dass diese Ausstellung daran erinnert, dass Tirol durch die Kriegserklärung Italiens an die Habsburgermonarchie Österreich-Ungarn vor genau 100 Jahren Schauplatz des seit Sommer 1914 tobenden Ersten Weltkrieges wurde, keine Kriegsausstellung ist. Vielmehr beleuchtet sie den Alltag von Soldaten und der Zivilbevölkerung während der Kriegsjahre.

 An der Ostfront hatten bereits zahlreiche Tiroler ihr Leben gelassen. Die Besucher der Ausstellung werden in die Welt zwischen Front und Hinterland versetzt. Die herrschende Armut war in Tirol überall zu spüren und die Bevölkerung musste großen Einfallsreichtum beweisen, um den Alltag aufrecht zu erhalten. So verwerteten die Menschen z. B. Kartoffelschalen als Zutat in Rezepten und stellten Kleidung mitunter aus Papier her. Gezeigt werden Ausrüstungsgegenstände und Erinnerungsstücke von Soldaten, wie zum Beispiel ein Rosenkranz aus Patronenhülsen oder eine Gitarre mit Unterschriften zahlreicher Kriegskameraden. Viele Leihgaben, die in der Ausstellung zu sehen sind, fanden über eine landesweite Sammelaktion den Weg ins Museum. Unter den so entdeckten Exponaten befinden sich Kuriositäten wie zum Beispiel ein Italienisch-Wörterbuch, das ein Soldat zur besseren Verständigung mit der Bevölkerung an der Front bei sich trug. Die Funktion der Feldpost als Verbindung zur Heimat und die massive Zensur, mit der Nachrichten belegt wurden, werden in der Ausstellung mit Karten und Briefen aus der Zeit beleuchtet. Die Kunst im Ersten Weltkrieg wird u. a. durch Werke von Albin Egger-Lienz, Oskar Kokoschka und Alfons Walde repräsentiert. Waren viele Maler zu Beginn des Krieges dem Krieg gegenüber positiv eingestellt, lässt sich in den Bildern beobachten, wie sich diese Haltung mit andauerndem Krieg teilweise veränderte. (Dr. Heinz Wieser)

Seiten: 1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23