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FR 1. Juli 2016, 19 Uhr, Hofkirche Innsbruck, Lettnerkonzert mit Andreas Mattersberger: Fremd bin ich eingezogen

Lieder der Romantik in der Kirche? Mit unserem ersten „Lettnerkonzert“ beschreiten wir neue Wege. Der Lettner (Brückenchor) der Innsbrucker Hofkirche wird zum sehr speziellen Konzertort, wenn Andreas Mattersberger und Michael Schöch dort am kommenden Freitag Lieder von Schubert und Schumann interpretieren. Herzliche Einladung dazu!

FR 1. Juli 2016, 19 Uhr, Hofkirche Innsbruck, Lettner (= Brückenchor, Zugang über das Tiroler Volkskunstmuseum!)

Lettnerkonzert 01: Fremd bin ich eingezogen

Andreas Mattersberger (Bassbariton) und Michael Schöch (Hammerflügel Conrad Graf, Wien um 1835)

Im Kunstlied der Romantik ist die Thematik des Fremden allgegenwärtig. Die Entfremdung des Individuums, Heimatlosigkeit und Verlust der Wurzeln sind zentrale Elemente der Ideenwelt des frühen 19. Jahrhunderts. Der Tiroler Bassbariton Andreas Mattersberger begibt sich gemeinsam mit dem Ausnahme-Pianisten Michael Schöch auf Spurensuche nach dem Fremden und Abgründigen im Liedschaffen von Schubert und Schumann. Mit dem Liederkreis op. 39 erklingt dabei einer der bedeutendsten Liederzyklen der Romantik, basierend auf Texten Joseph von Eichendorffs, in denen Heimatlosigkeit und Einsamkeit in unvergessliche Verse gekleidet sind.

Im Rahmen der Ausstellung „ALLES FREMD – ALLES TIROL“ im Tiroler Volkskunstmuseum

Tiroler Volkskunstmuseum begrüßt Flüchtlingsgruppe

Am Dienstag, den 24. Mai 2016, trafen sich Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit einer kleinen Gruppe von etwa 20 katholischen Frauen, Kindern und Männern aus Syrien und dem Irak vor der Innsbrucker Hofkirche. Anlässlich der aktuellen Ausstellung „Alles fremd – alles Tirol“ lud der Freundeskreis über Anregung von Obmann DI Otmar Kronsteiner und Vermittlung von Dr. Lothar Müller in Tirol gestrandete Menschen aus den Kriegsregionen im Nahen Osten zur Besichtigung der einzigartigen Hofkirche und des Volkskunstmuseums ein, um ihnen einen kleinen Einblick in die historische gewachsene Hoch- und Alltagskultur in Tirol zu vermitteln. Die Flüchtlinge, die in den Pfarren Inzing und Polling sowie zum Teil bereits in eigenen Wohnungen in Innsbruck untergebracht sind, wurden von ihren Betreuerinnen Frau Merkl und Frau Anna Freidanek von der Gemeinschaft Sant´ Egidio begleitet.

Karl Berger stellte sich der Herausforderung, den arabisch sprechenden Teilnehmern sowohl die Hofkirche als auch das Museum nahe zu bringen. Die sprachlichen Hürden wurden mit Hilfe eines syrischen Dolmetschers aus dem Kreis der Flüchtlinge bewältigt, der in nur neun Monaten die deutsche Sprache soweit erlernte, dass selbst schwierigere Themen vermittelt werden konnten. Besonders in der Dauerausstellung „Das pralle Jahr“ fanden sich zur Freude der Teilnehmer viele Ähnlichkeiten und Anklänge sowohl an das Alltags- wie auch das religiöse Leben in den Herkunftsländern.

Stadtrat Franz Gruber als zuständiger Stadt-Politiker für die Flüchtlingsthematik überbrachte anschließend die Grüße der Stadt Innsbruck und zeigte sich in seiner Ansprache über die Initiative des Freundeskreises sehr erfreut. Beim anschließenden geselligen Beisammensein bei Speis und Trank kam es zu interessanten Gesprächen zwischen den Gästen und den Mitgliedern des Freundeskreises.

Diese gelungene Veranstaltung stand im Zeichen einer gegenseitigen Annäherung im Rahmen einer  herausragenden kulturellen Tiroler Institution und trug zum gegenseitigen Kennen lernen und Verständnis bei. (G. König)

Führung durch die Ausstellung "Alles fremd - alles Tirol"

Am MITTWOCH, 5. MAI, führen Karl C. Berger und Anna Horner durch die Ausstellung "Alles fremd - alles Tirol". Beginn: 17 Uhr

Exkursion zum Gardasee

Es war eine sehr beeindruckende Exkursion zum Gardasee, die die 40 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums am 23. und 24.April gleich durch mehrere Kulturepochen führte. Ziel war Riva am Gardasee, zu Zeiten der Monarchie Sitz des südlichsten  Bezirkshauptmannes von Tirol. 

Bei dieser Fahrt ist es Obmann Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner gelungen, mit Marlies Schute, einer bewährten  Kunst-, Kultur und Geschichtsexpertin vergangenes und gegenwärtiges Leben den interessierten Zuhörern näher zu bringen.

Der Bogen spannte sich vom  sehenswerten mittelalterlichen Dorf Canale weit oberhalb von Riva und der prähistorischen Pfahlbausiedlung am Ledrosee über  die Erwähnung  der Bedeutung der Adelsfamilie Madruzzo, die in der frühen Neuzeit vier Fürstbischöfe von Trient stellte und damit lange Zeit die Herrschaft über das Trentino innehatte, bis zum Barabara-Freskenzyklus  aus der Brixner Werkstatt (15.Jahrhundert) in der Pfarrkirche zum hl. Martin in Gufidaun.  (Dr. Heinz Wieser)

Foto:Perfektes Führungs- und Leitungsduo dieser hochinteressanten Exkursion: Marlies Schute (l) und Obmann Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner (r) mit Mitgliedern des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums, Foto: Dr. Heinz Wieser

"Alles fremd – Alles Tirol"

Im Tiroler Volkskunstmuseum ist bis 6.November  täglich jeweils in der Zeit von 9 bis 17 Uhr die Ausstellung "Alles Fremd- Alles Tirol" zu sehen.

Am 21. April wurde nach Begrüßungsworten von Freundeskreisobmann Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner, Erklärungen von Volkskunstmuseums-Leiter Karl C. Berger und dessen wissenschaftlicher Mitarbeiterin, Anna Horner, diese interessante und aktuelle Schau von Kulturlandesrätin Dr. Beate Palfrader eröffnet.

Es klingt vielleicht sonderbar, aber das sogenannte "Fremde" hat es in Tiroler immer schon gegeben. Immer wieder kamen und gingen  Völker durch unser Land oder wurden sesshaft. Durch Jahrhunderte siedelten sich vor allem in Innsbruck italienische Familien an. Aus allen Teilen der Monarchie kamen viele Menschen zu uns, die dann Tiroler wurden. Und was es dann immer wieder gegeben hat, waren die sogenannten "Zuagroasten", die wir vor allem seit dem 2.Weltkrieg kennen. Der Kontakt mit anderen Ländern beeinflusst und verändert Menschen und ihre Kultur. Wissen und Techniken werden übernommen, Produkte importiert oder nachgeahmt. Kulturkontakte lassen aber auch Stereotype entstehen - Fremdbilder über die "Anderen". Die Ausstellung thematisiert diese selten angesprochenen Aspekte der Kulturgeschichte und rückt manch bekanntes Objekt dadurch in ein neues Licht.

Tirol bildet als Transitland auch heute noch eine kulturelle Brücke zwischen verschiedenen Nationen. Zwischen den wirtschaftlichen Zentren Süddeutschlands, Norditaliens sowie dem Bodensee‐ und Donauraum gelegen, wurde und wird Tirol durch den Kontakt zu anderen Sprachen und Kulturen geprägt. Die Einflüsse aus den Nachbarländern sind im Tiroler Alltag nicht zu übersehen. Besonders an Textilien lässt sich ablesen, wie der Kulturtransfer Handwerk beeinflussen kann. Der Blaudruck, der auf vielen Trachtenstoffen zum Einsatz kommt, stammt ursprünglich aus dem fernen Indien. Färbetechnik, Farbstoff sowie Muster des indischen Blaudrucks gelangten Mitte des 16. Jahrhunderts nach Holland und England und auch nach Tirol. Aber auch andere Bestandteile der Tiroler Tracht wurden durch die Aneignung von fremden Praktiken entwickelt. Die Klöppelspitze stammt ursprünglich aus Italien, das Muster des zur Tracht getragenen „türkischen Tuches“ ahmt jenes der teuren Schals aus Kaschmir nach.. Akribisch ordnet die berühmte Völkertafel aus dem 18. Jahrhundert den "in Europa befindlichen Völkern" tabellarisch bestimmte Eigenschaften zu. Sie macht deutlich, dass Stereotype und Vorurteile langlebige Grundlage von Nationalismus und Rassismus sind. Die Ausstellung verdeutlicht, dass auch solche Aspekte Teil der Geschichte Tirols sind. Sie berichtet von Interkulturalität, Auswirkungen von Kulturkontakten und Wahrnehmung des Fremden. Die Ausstellung ist erstes Ergebnis einer intensiven Beschäftigung mit der Migrationsgeschichte Tirols in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Migranten Tirol (ZeMiT), der Universität Innsbruck, dem Tiroler Bildungsforum, dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck. Dieser vernachlässigte Aspekt der Kulturgeschichte soll und muss sichtbar gemacht werden. Wie viel "Fremdes" macht eigentlich die Kultur Tirols aus?

Zur Ausstellung erschien eine 176 Seiten umfassende und um 24,90 Euro erhältliche  Begleitpublikation "Alles fremd ­ alles Tirol". (Dr. Heinz Wieser)

Foto: So genannter Brunnentürke, Reischach bei Bruneck, 2. Hälfte 18.Jahrhundert, Tiroler Volkskunstmuseum, (c) Dr. Heinz Wieser

HINWEIS: Am MITTWOCH, 5. MAI, führen Karl C. Berger und Anna Horner durch die Ausstellung "Alles fremd - alles Tirol". Beginn: 17 Uhr

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