Über uns / Erwerbungen durch den Freundeskreis
Auszug aus den Schenkungen des Freundeskreises an das Tiroler Volkskunstmuseum  

Torwächter aus Amras

Kniebundhose, Weste, Rüschenhemd mit Halskrause und Mantel der Figur weisen auf eine Entstehungszeit in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts hin.

Am Balkon eines Hauses in der Innsbrucker Geyrstraße (Stadtteil Amras) ließ bis 1993 ein etwa 2,5 m hoher, grimmiger Torwächter die Kinder erschaudern. Da er ständig dem Wetter ausgesetzt war, war der Zustand der Figur beklagenswert. Mithilfe des Freundeskreises und einer großzügigen Spende einer Wahlinnsbruckerin konnte diese einmalige Figur für das Museum angekauft werden. Seit der sensiblen Restaurierung steht der Torwächter ungleich freundlicher im Kreuzgang des Museums: Drückt man auf seinem Bauchgurt, lässt ein Mechanismus seinen Kopf nicken – so als wolle er das Passieren erlauben und grüßen.

Inv. Nr. 29420

Stubengetäfel aus dem Zillertal vom Anfang des 19. Jahrhunderts

Das Getäfel besteht aus insgesamt 15 Tafeln und zeigen in der untersten Ebene Szenen des bäuerlichen Lebens. Die mittlere Reihe zeigt das Leben Christi von der Verkündigung bis zur Auferstehung. Die oberste Reihe zeigt Ranken, in deren Zentrum sich Medaillons mit Heiligendarstellungen befinden. Eine der Tafeln - die wohl auf eine Restaurierung oder eine Ergänzung darstellt, trägt die Jahreszahl 1831. Die anderen dürften aber um 1800 erzeugt worden sein.
Die Geschichte dieses Getäfels ist ebenso abwechslungsreich, wie die die dargestellten Szenen. Es stammt, soviel ist gewiss, aus dem der Umgebung von Kaltenbach im Zillertal, wurde aber bereits 1911 in die USA verkauft und war schließlich im Pennsylvania-Museum (heute Philadelphia Museum of Art) zu sehen. Nachdem es überraschend 1995 auf der Innsbrucker Antiquitätenmesse ausgestellt wurde, konnte das einmalige Getäfel mithilfe des Freundeskreises sowie einiger Mäzene (Tiroler Landesversicherung, Raiffeisen Landesbank, Hypo Tirol, Landeskulturstiftung, u.a.) für das Museum erworben werden.
Weitere Sponsoren: Raiffeisen Landesbank, Tiroler Versicherung, Hypo Tirol Bank, Land Tirol

Inv. Nr. 29842

Modell einer Weinfuhre

Das originalgetreue Fuhrwerksmodell wurde aus Nonsberg/Val di Non angekauft. Es dokumentiert nicht nur die früher in dieser Region übliche Weinfuhre mit einem Ochsengespann; es steht auch exemplarisch für das Bemühen zahlreicher kulturell interessierter Bastler, historische Kultur einer Region in Miniaturform zu dokumentieren.
Die Ochsen (Zirbenholz) ziehen den Wagen (Birke) auf dem ein großes Eichenfass, Bottich und ein mit Schulterriemen versehenes Fass (congiàl) mittels Lederriemen befestigt sind. Die Dauben der Fässer werden mit Metallreifen zusammengehalten, die Wagenräder aus Buche sind ebenfalls mit Eisenspangen beschlagen, Eisenbeschläge finden sich auch an den Enden des zweispänningen Ochsenjoches und an verschiedenen Stellen des Wagens.

Inv. Nr. 31244

Vogel Selbsterkenntnis (Schlittenkopf)

Der Vogel Selbsterkenntnis ist sowohl für das Museum als auch für den Freundeskreis eine Leitfigur. Besonders erfreulich war es deshalb, als 1997 ein entsprechender Schlittenkopf erworben werden konnte.
Die Figur diente einst wohl als Schlittenkopf und zeigt einen Vogel, dessen Rumpf durch einen Menschenkopf gebildet wird. Mit dem Schnabel packt er diesen bei der Nase. Die Darstellung soll die Weisheit "Ziehe dich an der eigenen Nase!" vor Augen führen. Der Vogel Selbsterkenntnis lässt sich als Augsburger Kupferstich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Diese aus Hartholz geschnitzte Figur wurde vermutlich im 18. Jahrhundert in Gröden gefertigt.

Inv. Nr. 30294

Marterl aus Matrei

Das Marterl aus dem 19. Jahrhundert befand sich einst im Frosnitztal in Osttirol und markierte die Unglücksstelle, an der der "Junggesell Michael Fuetsch" durch einen Sturz von einem Baum verunglückte. Ende 2009 konnte es bei einer Auktion im Dorotheum in Wien ersteigert werden. Das Marterl füllte eine Sammlungslücke in den Beständen des Museums.

Inv. Nr. 31673