Atelierbesuch bei Reiner Schiestl

Aquarellieren ist für den Künstler eine ziemlich riskante Technik

Reiner Schiestl wurde am 10. März 1939 in Kufstein geboren. Nach der Matura folgten Studien der Germanistik in Innsbruck und Wien sowie der Malerei an der Akademie der bildenden Künste bis zum Diplom 1964 und anschließend ein fünfmonatiges Rom-Stipendium, vermittelt durch Prof. Herbert Boeckl. Im Jahr 1965 fand Reiner Schiestl seine Lebensbasis, Wohnsitz und Atelier, in Innsbruck. Lange Mal-Reisen führten ihn in die USA, nach Venedig, Frankreich, Nordafrika, Südamerika und Spanien. Sie prägen seine Arbeiten in den bevorzugten Techniken Zeichnung, Aquarell, Collage, Druckgrafik, Acryl-Malerei, aber auch Keramiken und Plastiken. Und diese Arbeiten konnten Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit Obfrau Herlinde Keuschnigg und des Forum Land am 15. März besichtigen.

Ab 1975 wird das zentralspanische Medinaceli zum zweiten Wohnsitz, wo er ein internationales Malerei-Symposion aufbaut und leitet. Er ist Verfasser kulturkritischer Texte und Herausgeber zahlreicher Kataloge sowie zweier Bücher über Heiligenlegenden im Verlag der Südtiroler Kulturzeitschrift "Arunda". Schiestl organisierte Ausstellungen spanischer Künstler in Tirol, u.a. eine große Austausch-Ausstellung TIROL-MADRID 1998 sowie Einzelausstellungen in Tiroler Museen (Landesmuseum Ferdinandeum, Tiroler Volkskunstmuseum) und spanischen Museen (Museo de Salamanca, Museo de Cáceres).

Wenn man das Aquarellieren so betreibt wie ich, also wirklich mit Wasser experimentiert und die freie Form sucht, dann ist das eine ziemlich riskante Technik. Alles kann in die falsche Richtung davon rinnen und voll daneben gehen. Wenn es richtig fließt, dann ist es etwas sehr Schönes“, sagte der Künstler. Die feinen Aktzeichnungen aus Schiestls Wiener Akademiezeit in den frühen 60er Jahren waren noch nie öffentlich zu sehen. Sie sind im legendären Abendakt von Herbert Boeckl entstanden. Dieser Meister der österreichischen Klassischen Moderne hat viele junge Künstler beeinflusst. Schiestl wurde 1965 mit dem begehrten Abendaktpreis ausgezeichnet. „In seinem typischen Kärntner Dialekt hat Boeckl uns damals empfohlen, wir sollten eine Frau wie eine Landschaft zeichnen und eine Landschaft so darstellen wie einen Frauenakt“, erinnert sich Schiestl an den Professor an der Wiener Akademie bildenden Künste.Als namhafter Künstler ist er in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten und wurde mit einer Reihe von Kulturpreisen, wie dem Theodor-Körner-Preis (1966), dem Mozart-Preis der Internationalen Goethe-Stiftung (1996), aber auch 2010 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

Dr. Heinz Wieser

 Foto: Die heilige Appolonia

 

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