Goethes italienische Reise

Sommerausstellung im Ferdinandeum

Die Obfrau des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums, Herlinde Keuschnigg, besuchte am 28. Juli mit Mitgliedern ihres Vereines und des Forums Land die im Tiroler Landesmuseum-Ferdinandeum bis 26. Oktober zugängliche Ausstellung „Goethes italienische Reise - eine Hommage an ein Land, das es niemals gab“. Die Führung durch durch diese sehenswerte Ausstellung übernahm der neue Direktor der Tiroler Landesmuseen, Dr. Peter Assmann.

Foto: Reinhold Ewald nach Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, J.W. von Goethe (1749-1832) in der Campagna

Auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) unternimmt das Tiroler Landesmuseum-Ferdinandeum eine Italienische Reise. Der Dichterfürst, der das Land im 18. Jahrhundert ebenso paradiesisch darstellt wie viele seiner Zeitgenossen, unternahm von 1786 bis 1788 und 1790 Italienreisen, wobei er jedesmal durch Tirol fuhr. Die Ausstellung zeigt die bis heute anhaltende Italiensehnsucht, die ihren Ursprung lange vor dem Massentourismus der Nachkriegszeit hatte und auf einem überhöhten Bild des Mittelmeerlandes beruht. Olivenhaine, Wein und Sonne prägen zusammen mit dem historischen und kulturellen Erbe Italiens das Bild von einem heiteren, sorglosen Land, Probleme und Konflikte blieben dabei ausgeblendet. „Wir bringen das Land, wo die Zitronen blühn“ nach Innsbruck und hinterfragen zugleich, wie die künstlerische Darstellung und die italienische Wirklichkeit zueinander stehen“, so Landesmuseen-Direktor Peter Assmann. Wie Erwartungen und die herben Erfahrungen in der mediterranen Realität in Konflikt geraten, dem widmet sich die Sonderausstellung. Laut den Kuratoren soll Goethe mit der Darstellung auch „von seinem Dichter-Thron“ geholt werden.

Auf den zwei Stockwerken der Ausstellung im Ferdinandeum sind zwar zahlreiche Zitate aus Goethes literarischem Reisebericht „Italienische Reise“ zu finden. Die Sonderschau hebt aber hervor, welche Einflüsse Goethe und seine Vorstellung von Italien prägten. Wie Landesmuseen-Direktor Dr. Peter Assmann betonte, verdeutlicht die Ausstellung, dass Goethe nach Italien ging, um überhaupt erst Künstler zu werden. Die Ausstellung ist in zwei Bereiche gegliedert: Im Erdgeschoß wird, vornehmlich architektonisch, die bedrückende Atmosphäre von Weimar dargestellt, der Goethe entfliehen wollte. Im oberen Stock sind es freistehende farbige Wände, die Italien-Assoziationen erwecken. Auf der „Reise“ sieht man Goethes eigene Zeichnungen, Werke von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, zeitgenössische Fotografien von Barbara Klemm oder einen Gipsabguss der „Juno Ludovisi“.                                                                    

 

Dr. Heinz Wieser

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