Zillertaler Getäfel

Besuch der Widumspfiste in Fügen

Mitglieder des Vereins Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums mit deren Obfrau, Herlinde Keuschnigg, trafen sich mit dem Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Dr. Karl C. Berger, und dem Obmann des Museums Widumspfiste, Andre Lindner, am 13. Oktober bei der Widumspfiste in Fügen, um das Heimatmuseum und das sich derzeit darin befindliche sogenannte Zillertaler Getäfel, eine Leihgabe des Volkskunstmuseums, zu besichtigen. Etwa 100 Jahre lang befand sich das Getäfel  in einem Raum im Zillertal, ehe es 1912 an das Pennsylvania-Museum in Philadelphia/ USA verkauft wurde. Dort gab es zu dieser Zeit ein Zentrum deutschsprachiger Auswanderer. Im Jahre 1980 kaufte es das Tiroler Volkskunstmuseum zurück. 

Zillertlaer Getäfel, derzeit im Museum der Widumspfiste in Fügen

 Es handelt sich dabei um elf Wandtafeln. Der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Dr. Karl C. Berger, brachte die Exponate für zwei Jahre wieder in die ehemalige Heimat zurück. Jede Wandtafel zeigt die Einzigartigkeit, ist in drei Teile aufgeteilt und voll bemalt. Der obere Teil ist versehen mit Heiligenmedaillons und Rankenwerk, in der Mitte gibt es Szenen um die Geburt und das Leiden Christi und der untere Teil zeigt Darstellungen aus  dem Leben der damaligen Bevölkerung.  Das Getäfel dürfte um1800 entstanden sein, eine später hinzu gekommene Tafel ist datiert mit 1831. Der Künstler ist namentlich nicht bekannt.

Archivar Franz Margreiter präsentierte den Gästen das vom Heimat- und Museumsverein geführte Museum, das sich vor allem mit der Geschichte der Zillertaler Sängerfamilien befaßt. Anhand von Bildern, Notenbüchern, Exponaten und Dokumenten kann man die Reisen der Sänger in die Welt nachvollziehen. Das Museum besitzt eine große Sammlung des Stille-Nacht-Liedes. Margreiter erinnerte daran, dass der Orgelbauer Carl Mauracher „Stille Nacht“ vermutlich kurz nach dessen Entstehung ins Zillertal brachte. Für die weitere Verbreitung sorgten die Sängerfamilien Rainer, Strasser, Leo und andere.

Die Gerätschaften und Gegenstände alter Handwerke wie Federkielsticker, Tischler, Schlosser, Klosterarbeiten, Fassbinder, Wagner, Hutmacher oder Seiler sind zu sehen. Ein Raum ist der „Tux-Zillertaler Rinderrasse“ gewidmet, die um 1970 als ausgestorben galt und jetzt von den Landwirten erfolgreich nachgezüchtet wird.

Dr. Heinz Wieser

 

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