900 Jahre alte Schätze werden in Wilten gehütet

Bibliothek und Archiv des Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Wilten

Ein besonderes Ziel stand diesmal auf dem Programm des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums: Bibliothek und Archiv des Prämonstratenser- Chorherrenstiftes Wilten.

Dazu hatte am 13. März die Obfrau des Freundeskreises, Herlinde Keuschnigg, geladen, die viele Mitglieder ihres Freundeskreises und des Forum Land begrüßen konnte. Zu dieser besonderen Führung wurden die Gäste von Bibliotheksleiterin Miriam Trojer willkommen geheißen.

Das Prämonstratenser-Chorherrenstift Wilten wurde 1138 durch die Einführung der regulierten Chorherren des Prämonstratenserordens auf Veranlassung des Brixner Bischofs Reginbert gegründet und durch Papst Innozenz II. bestätigt. Wie Miriam Trojer hervorhob, ist über die frühe Bibliotheksgeschichte in Wilten nur sehr wenig bekannt. Ein erster Bibliotheksraum, eingerichtet durch Abt Ingenuin Mösl (1458–1464), wurde unter Abt Alexius Stoll (1470–1492) ausgebaut und vermutlich als Kettenbibliothek angelegt. Eine Blüte erfuhr die Bibliothek im 14. und 15. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt der größte Teil der heute noch erhaltenen mittelalterlichen Handschriften, zu denen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zahlreiche Inkunabeln dazukamen. Heute befinden sich etwa 13.000 Bände im prächtigen Barocksaal. Die Bibliothek umfasst ca. 60.000 Bände, 34 Handschriften und 300 Inkunabeln. Die Stiftsbibliothek, die jahrhundertelang den Mitgliedern des Konventes als Studienbibliothek diente, steht heute für Führungen und wissenschaftliche Forschung offen. Das älteste Buch mit einer Prämonstratenser-Regel stammt aus dem Jahre 1256.

Das moderne Archiv umfasst ca. 7000 Einzelstücke, darunter knapp 400 Urkunden aus der Zeit vor 1400. Das Stiftsarchiv birgt Urkundenreihen und wichtige Einzelakten, Archivbücher wie Urbare, Rechnungsbücher, Nekrologien, Diarien, etc., Abteiarchiv von ca. Ende 18. Jh. bis Mitte 20. Jh., Wirtschafts- und Verwaltungsarchiv, teilweise Bestände der inkorporierten Pfarren, Matrikenbücher und Konventualenlisten. Besonderes Interesse fanden die interessierten Gäste am Tagebuch von Abt Prälat Alois Röggl, der 1822 die Innsbrucker Sparkasse und das Tiroler Landesmuseum-Ferdinandeum mitbegründete. Weiters die Chronik von Matthias Burgklechner (1573 bis 1642) mit Ausführungen zum Wiltener Kelch. Diese komplett erhaltene Kelchgarnitur aus dem Stift  zählt zu den Hauptwerken romanischer Goldschmiedekunst. Und auch die Urkunde Kaiser Karls VI. vom 7. November 1738 mit der Ernennung des Prälaten Martin von Stickler zum Haus-Hof- und Erbkaplan der Habsburger in Tirol. Diesen Titel trägt der jeweilige Abt von Wilten heute noch. Zu den  einzigartigen Urkunden zählt auch die Innsbrucker Stadturkunde..

Dr. Heinz Wieser

 

 

 

 

 

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